Forum / OWL-Archiv

 

Auch für Beiträge, die uns

per E-Mail erreichen

 

 

 

Übersicht:

 

 

 

            2002

            August 2002

      -     Lippe aktuell, 03.08.2002: JU betreibt seriöses Verfahren im Fall Schnelle /

      i     Jusos betreiben billige Wahlkampfpolemik

      i     Jusos kündigen Konsens der Demokraten

            Juli 2002

      -     Lippe aktuell, 31.07.2002:

      i     Hendrik Schnelle als Wahlkampfthema / Jusos greifen JU an

      -     Lippische Rundschau, 27./28.07.2002:

      i     Schnelle bleibt in der Jungen Union

      -     Lippische Landes-Zeitung, 27./28.07.2002:

      i     Schnelle-Urteil rechtskräftig / Jusos kritisieren Junge Union

      -     Lippische Landes-Zeitung, 26.07.2002: Entscheidung vertagt /

      i     Schnelle bleibt in der Jungen Union

      -     Lippische Landes-Zeitung, 20.07.2002:

      i     Ahnen auf den Spuren Joseph Plauts /

      i     Biographie über den jüdischen Sänger

      -     Lippe aktuell, 20.07.2002:

      i     Kommandeur-Wechsel im September /

      i     General W.-D. Langheld verlässt Augustdorf

 

            Juni 2002

      -     Lippische Landes-Zeitung, 22./23.06.2002:

      i     Feiern nur ohne Glatzen /

      i     Kundgebung gegen rechte Aktivitäten an den Externsteinen

-          Antifaschistischer Arbeitskreis Detmold, AG Fossoli, 10.06.2002:

Die Rekrutierungsmöglichkeiten der Neonazis unterbinden -
Für das Verbot von „Sonnenwendfeiern“ an den Externsteine

      -     Antifaschistischer Arbeitskreis Detmold, 08.06.2002:

      i     Faschismus ist keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen

      i     Gemeinsam gegen Sonnenwendfeiern von Neonazis!

      i     Kundgebung: Freitag, 21.06.2002, 17.00 Uhr, Horn – Rathaus

           

            Februar 2002

-          Lippische Landes-Zeitung. 08-02.2002: Skinhead geht für vier Jahre in den Bau /

Mit zwei weiteren Jugendlichen Behinderten schwer verletzt und ausgeraubt

      -     Lippische Rundschau, 05.02.2002: Anklage erhoben /

Besucher der „alten Pauline“ geschlagen

-          Neue Westfälische, 04.02.2002: Kein Klima für Rechtsradikale /

Mehr als 8.000 Menschen folgen dem DGB-Aufruf und

Protestieren friedlich gegen den NPD-Aufmarsch in Bielefeld

      -     Lippische Landes-Zeitung, 02.02.2002: Anklage gegen Neonazis /

            „Pauline“-Besucher mit Holzbrett schwer verletzt

-          Neue Westfälische, 02.02.2002: Kaderschmiede der Rechtsextremisten /

Im „Collegium Humanum“ in Vlotho werden Neonazis für den Straßen-Kampf geschult /

Treff der „intellektuellen Faschisten“

-          R. Williams, 02.02.2000: Was macht eigentlich Oberbürgermeister Eberhard David

auf einer antifaschistischen Abschlusskundgebung?

 

            Januar 2002

      -     „Gemeindebrief“ der ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-West“, 31.01.2002:

            Zerbrochene Kindheit /

Eine jüdische Familie aus Heidenoldendorf hat den Nationalsozialismus überlebt

      -     Lippische Landes-Zeitung, 30.01.2002:

      i     Sein Verbrechen war die Liebe /

      i     Franz Meyer schildert das Schicksal eines polnischen Zwangsarbeiters

      -     Lippische Landes-Zeitung, 30.01.2002:

      i     Soldaten sammeln / Kriegsgräberfürsorge

      -     Bild, 25.01.2002: Ratsherr hetzte gegen Schwarze

-          Lippische Landes-Zeitung, 25.01.2002: Kreis-JU: Schnelle soll gehen / Amt ruht

-          Lippische Landes-Zeitung, 25.01.2002: Linke im Regen /

Knapp 50 Lipper demonstrieren gegen mutmaßlichen Neonazi

-          Lippische Rundschau, 25.01.2002: Demonstration in Berlebeck /

Sprengstoff an V-Mann übergeben

      -     Neue Westfälische, 25.01.2002: Schnelle soll Junge Union verlassen

-          Lippische Landes-Zeitung, 24.01.2002: Sechs Monate für Schnelle /

Volksverhetzung: Detmolder Ratsherr verurteilt

      -     Neue Westfälische, 24.01.2002: Schnelle zu Bewährung verurteilt

-          Lippische Rundschau, 24.01.2002:

Teilerfolg der Staatsanwaltschaft gegen den Detmolder Ratsherrn Hendrik Schnelle /

Sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung

      -     Westfalen-Blatt, 24.01.2002: Verurteilt wegen Volksverhetzung

-          Antifaschistische Aktion, 23.01.2002:

Schwarz-Braun ist nicht nur die Haselnuss, sondern auch die Junge Union Detmold /

Redebeitrag auf der Demonstration:

„Revisionisten auf die Pelle rücken! Gerd Ulrich – Drahtzieher im braunen Netz“

-          Autonome Antifa Detmold, 21.01.2002: Revisionisten auf die Pelle rücken!

Gerd Ulrich – Drahtzieher im braunen Netz

-          Neue Westfälische, 19.01.2002: Mit Hochglanz gegen Rechts /

Erschienen: Broschüre „Stop Lifestyle of Hate“ über die extreme Rechte in OWL

-          Lippische Landes-Zeitung, 19.01.2002: Skandal-Ratsherr Schnelle vor Gericht /

Es geht wieder um Volsverhetzung

      -     Lippische Landes-Zeitung, 12.01.2002: „Blut muss fließen“ / Skinheads vor Gericht

-          Lippische Landes-Zeitung, 08.01.2002: Letzte Hoffnung für Zwangsarbeiter /

Entschädigungszahlung: Mehrere hundert Nazi-Opfer fordern bei Stadtarchiven Unterlagen an

-          Lippische Landes-Zeitung, 08.01.2002: Gegengewicht zum wachsenden Antisemitismus /

„Lippischer Landesverein zur Pflege der jüdischen Geschichte und Literatur“ existierte bis 1917

      -     Neue Westfälische, 07.01.2002: Neonazis beugen sich Demo-Verbot /

1000 Bürger zeigen in Wewelsburg und Paderborn Flagge gegen Rechts

-          Neue Westfälische, 04.01.2002: Neonazi-Demos erneut abgelehnt

-          Neue Westfälische, 04.01.2002: Bürener gegen Forensik-Knast

-          Neue Westfälische, 03.01.2002: Nazis wollen „Straße erobern“

 

 

            2001

            Dezember 2001

      -     Lippische Landes-Zeitung, 22.12.2001:

      i     Die Externsteine unterm Hakenkreuz /

      i     Wie Wissenschaftler dem NS-System zuarbeiteten

 

November 2001

-          Lippische Landes-Zeitung, 17.11.2001: Vernichtende Gedanken /

Stadtarchivar Dieter Zoremba präsentiert Ausstellung über Feldpostbriefe

-          Lippe aktuell, 17.11.2001: Demonstration für den Frieden

-          Antifaschistischer Arbeitskreis Detmold, 14.11.2001:

Der Bayer-Konzern und seine mögliche Verstrickung in Kriege

-          Lippische Landes-Zeitung, 10.11.2001: Mitreißende Klänge /

Antifaschistischer Arbeitskreis feiert sein 20-jähriges Bestehen

-          Lippische Landes-Zeitung, 10.11.2001: Leserbriefe / Ein wichtiges Stück Detmold /

Überlegungen der CDU zur „alten Pauline“ / LZ vom 2. November

-          Lippe aktuell, 07.11.2001: (Dokumentation) / Heimatkreisgemeinschaft /

Spende für „Zentrum gegen Vertreibungen“

-          Lippe aktuell, 03.11.2001: Jürgen von Olberg übt deutliche Kritik an Bürgermeister Brakemeier /

CDU will Haushalt nicht mittragen /

( ... ) einen neuen Standort für die „alte Pauline“ zu finden ...

 

Oktober 2001

      -     Neue Westfälische, 31.10.2001: Millionenfache Folter in der Türkei beklagt

      -     Neue Westfälische, 30.10.2001: Fall schnelle erneut vor Gericht

-          Lippische Landes-Zeitung, 30.10.2001: Fall Schnelle wird neu verhandelt /

Staatsanwalt hält an Vorwurf der Volksverhetzung fest

-          Antifaschistische Gruppen Osnabrück, 25.10.2001: Wichtige Mitteilung /

... akzeptierten Treffpunkt für Nazis etabliert hat ...

-          Lippische Landes-Zeitung, 02.10.2001: Erzählcafé mit Soldatinnen

-          Lotta Nr. 7, 10.2001: Das „Collegium Humanum“ in Vlotho /

Ein Veranstaltungshaus für RechtsextremistInnen aus Ostwestfalen,

der gesamten BRD und dem europäischen Ausland

 

September 2001

-          Lippische Landeszeitung, 29.09.2001: Rechte Täter immer jünger /

Staatsschützer bei Wehrkunde-Gesellschaft      

-          Lippische Rundschau, 28.09.2001: Wird Urteil gegen Schnelle überprüft?

-          Lippische Landes-Zeitung, 27.09.2001: Rechtsmittel eingelegt / Schnelle-Prozess

-          Lippische Landes-Zeitung, 27.09.2001: Streit um AstA-Party /

Paderborner Pastorin geht in Berufung

-          Lippische Rundschau, 27.09.2001: Die Angst vor der Abschiebung

-          Lippische Rundschau, 27.09.2001: Schulprojekt-Start verschoben

      -     Lippische Landes-Zeitung, 27.09.2001: Projekt verschoben / Sühnezeichen

-          Lippische Landes-Zeitung, 25.09.2001: Neo-Nazis spazieren um die Externsteine /

Polizei schreitet nicht ein

-          Neue Westfälische, 25.09.2001: 87 Hinweise auf angebliche Terroristen /

Bielefelder Staatsschutz bildet Sonderkommission

-          Westfalen-Blatt, 25.09.2001: 80 Hinweise aus Ostwestfalen-Lippe –

Innenminister lässt Führungspositionen unbesetzt /

Polizei stockt Staatsschutz nach Attentaten auf

-          Lippische Landes-Zeitung, 24.09.2001: Extremismus in OWL

-          Lippische Landes-Zeitung, 24.09.2001: Brauchtum der Ostpreußen

-          Lippische Landes-Zeitung, 22.09.2001: Leserbriefe / Volksverhetzung /

„Bitterer Freispruch für Schnelle“, LZ vom 15.09.2001

-          Lippe aktuell, 22.09.2001: Ratsherr Schnelle nimmt am eigenen Tisch Platz /

CDU verliert die Mehrheit der Mandate

      -     Lippe aktuell, 22.09.2001: Kommentar: Mandat zurückgeben

-          Lippische Landes-Zeitung, 20.09.2001: Schnelle gibt Parteibuch zurück /

Ex-CDU-Ratsherr will Mandat behalten

-          Lippische Landes-Zeitung, 19.09.2001: CDU-Fraktion schließt Schnelle aus /

Ratsherr lehnt Rückzug ab und bekommt einen Extra-Tisch

-          Lippische Landes-Zeitung, 18.09.2001: Neonazis prügeln auf 20-Jährigen ein /

Opfer mit Holzbrett schwer verletzt – Vier Verdächtige gefasst

-          Lippische Landes-Zeitung, 18.09.2001: Drei Tage und Nächte feiern /

Alternatives Kulturzentrum begeht 20. Geburtstag

-          DGB-Jugend OWL, 17.09.2001: KOSOVO –

Wurde Deutschland zum Ja für den Krieg manipuliert

      -     Lippische Rundschau, 17.09.2001: 21-Jährigen beschimpft und geschlagen

-          Lippische Landes-Zeitung, 17.09.2001: Entwicklung des Extremismus

-          Kulturinitiative Detmold e.V., 15.09.2001: Pressemitteilung /

Betr.: Tätlicher Angriff auf Mitglieder der Kulturinitiative Detmold e.V.

-          Lippische Landes-Zeitung, 15.09.2001: Bitterer Freispruch für Schnelle /

Gericht: Keine Volksverhetzung, aber üble Aussagen erwiesen

-          Lippische Landes-Zeitung, 15.09.2001: Kommentar / Fall schnelle / Ein Rücktritt ist zwingend

      -     Planungswerkstatt Erinnerungskultur, 14.09.2001 / Einladung & Programm /

            „Netzwerk Erinnerungskultur in Ostwestfalen-Lippe“ / 28. September 2001 – Universität Paderborn /

            Geschichte in OWL 1933 – 1945. Wege der Erinnerung /

            III. Netzwerk-Tagung der „Planungswerkstatt Erinnerungskultur“

-          Günter Meyners, Rechtsanwalt, 03.09.2001:

Ausländerfeindliche und rassistische Äußerungen des Mitgliedes des Detmolder Stadtrates,

Herrn Hendrik Schnelle, CDU / Chronologie eines Skandals

      -     Neue Westfälische, 03.09.2001: Gedenken an NS-Opfer / Mahn- und Gedenkveranstaltung in Stukenbrock

-          Neue Westfälische, 03.09.2001: Eine Polizei zum Anfassen

 

August 2001

-          Lippische Landes-Zeitung, 11.08.2001: Schüsse auf Fechenbach-Denkmal

-          Antirassistische, antifaschistische und flüchtlingsunterstützende Gruppen, 08.2001:

03.10.2001 / Bundesweite Demonstration / 12.00 Uhr: Abschiebeknast Büren

-          Antifaschistisches Kreisplenum Gütersloh, 08.2001: Antifaschistisches Jugend-Work-Camp 2001 /

      Blumen für Stukenbrock

-          Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock, 08.2001: Aufruf zum Antikriegstag am 01. September 2001

 

 

1985

 

November 1985

-          Lippische Rundschau, 18.11.1985: Ratsherrn der Grünen, Dieter Zoremba, vorläufig festgenommen /

„Schulden toten Kameraden den Einsatz für Frieden“ /

Lautstarke Demonstration gegen Enthüllung der Gedenktafel am 55er-Denkmal

-          Lippische Rundschau, 18.11.1995: Kommentar / Geist der Intoleranz erfordert Wachsamkeit

-          Lippische Rundschau, 18.11.1995 Volkstrauertag heute noch notwendig:

Versöhnung über Gräbern löst alle Grenzen auf

      -     Lippische Landes-Zeitung, 18.11.1985: Gedenktafel am 55er-Denkmal im Rahmen einer Feierstunde enthüllt /

            Mahnung der toten Soldaten: „Ihr Vermächtnis Frieden“ /

            Mehr als 4000 ließen ihr Leben – Zwei Verhaftungen bei Demonstration

-          Lippische Landes-Zeitung, 18.11.1985: Gedenken an Kämpfe um Oerlinghausen

-          Lippische Landes-Zeitung, 18.11.1985: Mit lippischen Äpfeln gegen die Apartheid

-          Lippische Landes-Zeitung, 18.11.1985: „Liederjan“ bei Friedensfest

      -     Lippische Landes-Zeitung, 08.11.1985: Von den überlebenden ehemaligen „18ern“ nicht vergessen /

Mehr als 4000 gefallene Soldaten mahnen die Lebenden: „Frieden!“ /

Traditionsgemeinschaft IR 18 enthüllt Gedenktafel am 55er-Denkmal

 

Oktober 1985

-          Die GRÜNEN, Ortsverband Detmold, Arbeitskreis Frieden, 21.10.1985: Militaristen weihen Gedenktafel ein

 

 

1984

 

Oktober 1984

-          Lippische Landes-Zeitung, 27.10.1984: Bundesverteidigungsminister Wörner bestätigte auf Daweke-Anfrage:

Sowjet-Streitkräfte üben seit längerer Zeit offen den Angriff auf Detmold /

Name der Residenzstadt bei Herbstmanöver im Klartext genannt

 

1980

 

Dezember 1980

-          Lippische Landes-Zeitung, 04.12.1980: Regierungspräsident möchte nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen /

Aber: Klingenbergbesetzung hat auch vorübergehende Nutzung durch die Stadt Detmold nun unmöglich gemacht /

Am Freitag Gespräch mit Besetzern auf deren Bitte – Kein Nachgeben in der Sache

-          Lippische Landes-Zeitung, 04.12.1980: Solidaritätserklärung auch vom Kreisverband „Die Grünen“ /

Behauptung: Vor der Wahl abgegebene Versprechen nicht gehalten

-          Lippische Landes-Zeitung, 02.12.1980: Kompromissvorschlag für Gespräch

zwischen Bürgermeister und Regierungspräsident /

Stadt Detmold soll Klingenberg-Gebäude vom Land NRW „auf Zeit“

zur Nutzung als Kultur- und Kommunikationszentrum mieten /

Nach Auffassung vom Juso-Stadtverband ist sofortiger Abbruch nicht erforderlich

-          Lippische Landes-Zeitung, 02.12.1980, KID solidarisiert sich mit Klingenberg-Besetzern /

Rat der Stadt soll den geplanten Abbruch verhindern

-          Lippische Landeszeitung, 02.12.1980, Klassische Musik in besetzter Fabrik

-          Lippische Landes-Zeitung, 02.12.1980: Regierungspräsident „signalisierte“ Gesprächsbereitschaft

-          Lippische Rundschau, 02.12.1980: LR-Gespräch mit der Bezirksregierung nach Besetzung der Klingenberg-Fabrik /

Regierungsvizepräsident Vosskuhle: „Wir reagieren mit Gelassenheit“ /

„Einzelne gesellschaftliche Gruppen sind auch in das Gesetz eingebunden“

      -     Lippische Rundschau, 02.12.1980: Kommentar / Hausfriedensbruch

-          Lippische Rundschau, 01.12.1980: Polizei hielt sich zurück /

Junge Leute besetzten die Klingenberg-Fabrik

-          Lippische Landes-Zeitung, 01.12.1980: Zeitlich befristete Aktion sollte die Mitbürger interessieren /

Jugendliche besetzten am Wochenende die ehemalige Klingenbergsche Fabrik /

Protest gegen Abbruch und Forderung nach Jugend- und Kommunikationszentrum

 

November 1980

-         Besetzerinnen der Klingenbergfabrik, 29.11.1980: Klingenbergfabrik / Vorübergehend besetzt!

 

September 1980

-          Kreisverband Lippe / Die Grünen, 08.09.1980: Einladung zur Wahlveranstaltung der Grünen zum Thema: 

Warum grün wählen? / Es spricht Otto Shily

                                           

 

 

 

 

 

 

Hier entsteht das

 

Regionalarchiv: Geschichte(n) der (radikalen) linken

 und sozialen Bewegungen in Ostwestfalen-Lippe (OWL)

 

OWL-Archiv

 

 

2002

August 2002

„Lippe aktuell“, 03.08.2002

JU betreibt seriöses Verfahren im Fall Schnelle
Jusos kündigen Konsens der Demokraten
Jusos betreiben billige Wahlkampfpolemik

Im Falle des wegen Volksverhetzung rechtskräftig verurteilten Detmolder JU-Mitgliedes erklärte der Sprecher des Landesverbandes, Jörg Teckhaus: „In der Jungen Union ist für solche Leute kein Platz. Deshalb legen wir größten Wert darauf, dass ein Ausschluss Schnelles sowohl schnell als gründlich erfolgt.Unser Schiedsgericht muss eine wasserdichte Entscheidung treffen, um zu verhindern, dass Schnelle auch gegen den Ausschluss Rechtsmittel einlegt.“

Der SPD-Nachwuchs sollte aus den Erfahrungen in der eigenen Partei wegen der Korruptionsaffären in Köln eigentlich wissen, das solche Schiedsverfahren, selbst wenn sie zügig betrieben werden, nicht über Nacht abzuwickeln seien.

„Die Jusos und andere betreiben offensichtlich billige Wahlkkampfpolemik als letzten traurigen Versuch, vom rot-grünen Untergang in Berlin abzulenken“, so Teckhaus weiter.

Landesvorsitzender Hendrik Wüst: „Den Kampf gegen Radikale müssen wir gemeinsam und entschlossen führen. Wer das zur Wahlkampfshow verkommen lässt, tut der Sache keinen Gefallen und kündigt den gemeinsamen Konsens der Demokraten.“

Bildunterschrift: Sprecher des Landesverbandes, Jörg Teckhaus

 

 

Juli 2002

 

"Lippe aktuell", 31.07.2002

Hendrik Schnelle als Wahlkampfthema
Jusos greifen JU an

Detmold. Die Junge Union Detmold (JU) soll sich öffentlich von Ratsherrn Hendrik Schnelle distanzieren. So der Tenor der Reaktion der Detmolder Jungsozialisten (Jusos) auf die Entscheidung des Landesschiedsgerichts der JU, Hendrik Schnelle voterst nicht aus der Jugendorganisation der CDU auszuschließen. Außerdem drohen die Jusos an, die „Personalie Schnelle“ zum Thema im bevorstehenden Bundestagswahlkampf in Detmold zu machen.

„Was für hinreichende Beweise braucht die Junge Union denn noch?“, Benedikt Engelmeier, stellvertretender Vorsitzender der Jusos in Detmold, war erbost.

Zwei Gerichte seien unabhängig voneinander zu der Erkenntnis gekommen, Ratsherr Schnelle habe die ihm zu Last gelegten fremdenfeindlichen Äußerungen getätigt. Hendrik Schnelle gehöre damit nicht mehr zum Kreis der Demokraten. Auch die Mutterpartei habe ein Trauerspiel abgeliefert und viel zu lange gezaudert, ehe sie Schnelle den Laufpass gegeben hätte. Das Verhalten der JU setze dem Ganzen aber die Krone auf.

Einen faden Beigeschmack hinterlasse vor allem, dass Tanja Kneffel, ehemalige Vorsitzende der JU Lippe, als Landesgeschäftsführerin in das gesamte Verfahren eingebunden gewesen sei. Warum wusste Kneffel nicht, dass das Urteil gegen Schnelle rechtskräftig ist und hat darauf gedrängt, den wegen Volksverhetzung verurteilten auszuschließen, wollen die Jusos wissen. „Welche Geisteshaltung muss in der Spitze der JU vorliegen, wenn sie eine Person wie Schnelle weiterhin in ihrer Organisation duldet“, fragte Engelmeier, der selbst Mitglied der Schülervertretung an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule ist. Einer Schule, der für ihr Engagement das Prädikat „Ohne Rassismus“ verliehen wurde.

 

 

„Lippische Rundschau“, 27./28.07.2002

Schnelle bleibt in der Jungen Union

Detmold (LR). Hendrik Schnelle bleibt bis auf weiteres Mitglied der Jungen Union. Das entschied jetzt das Landesschiedsgericht der CDU-Nachwuchsorganisation. Das entsprechende Verfahren gegen den inzwischen fraktionslosen Detmolder Ratsherren soll zunächst ausgesetzt werden. Erst, wenn die Gerichte rechtskräftig entschieden hätten, dass Schnelle tatsächlich die ihm zur Last gelegten fremdenfeindlichen Äußerungen getätigt habe, soll das Verfahren wieder aufgenommen werden, kündigt die Junge Union in einem Protokoll der nichtöffentlichen Schiedsgerichtssitzung an. Die Junge Union Lippe hatte den Ausschluss beantragt.

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 27./28.07.2002

Schnelle-Urteil rechtskräftig
Jusos kritisieren Junge Union

Detmold (da). Das Urteil des Landgerichts Detmold gegen den ehemaligen CDU-Ratsherrn Hendrik Schnelle ist rechtskräftig. Das Oberlandesgericht Hamm habe die von der Verteidigung eingelegte Revision bereits am 14. Mai verworfen, erklärte Oberstaatsanwalt Diethard Höbrink gestern auf Anfrage.

Schnelle war im Januar in einem Berufungsverfahren wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten und der Ableistung von 60 Sozialstunden verurteilt worden. Dieses Strafmaß wurde jetzt von Hamm bestätigt. Dies wiederum war offensichtlich dem Landesschiedsgericht der Jungen Union (JU) Nordrhein-Westfalen nicht bekannt, als es jüngst die Entscheidung über den Ausschluss Schnelles aus der CDU-Jugendorganisation vertagte – unter ausdrücklichem Hinweis auf die angeblich noch ausstehende Rechtskraft des Detmolder Landgerichtsurteils (die LZ berichtete).

Unterdessen haben die Detmolder Jungsozialisten den umgehenden Ausschluss Schnelles aus der Jungen Union gefordert. Außerdem solle die JU Detmold sich öffentlich von ihm distanzieren, schreibt stellvertretender Vorsitzender Benedikt Engelmeier. Ansonsten drohen die Jusos an, die „Personalie Schnelle“ zum Thema im bevorstehenden Bundestagswahlkampf zu machen.

„Was für hinreichende Beweise braucht die Junge Union denn noch?“, fragt Engelmeier. Zwei Gerichte seien unabhängig voneinander zu der Erkenntnis gekommen, der inzwischen Partei- und fraktionslose Ratsherr Schnelle habe die ihm zu Last gelegten fremdenfeindlichen Äußerungen getätigt. Auch die Mutterpartei habe viel zu lange gezaudert, ehe sie Schnelle den Laufpass gegeben habe. Einen faden Beigeschmack hinterlasse vor allem, dass Tanja Kneffel, ehemalige Vorsitzende der JU Lippe, als Landesgeschäftsführerin in das gesamte Verfahren eingebunden gewesen sei. Gerade Kneffel hätte auf den Ausschluss dringen müssen.

„Welche Geisteshaltung muss in der Spitze der JU vorliegen, wenn sie eine Person wie Schnelle weiterhin in ihrer Organisation duldet?“, schließt Engelmeier. Er gehört der Schülervertretung der Geschwister-Scholl-Gesamtschule an, einer Schule, die das Prädikat „ohne Rassismus“ verliehen bekam.

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 26.07.2002

Entscheidung vertagt
Schnelle bleibt in der Jungen Union

Detmold / Düsseldorf. Der parteilose Detmolder Ratsherr Hendrik Schnelle bleibt vorerst Mitglied der Jungen Union. Über seinen Ausschluss soll erst entschieden werden, wenn es in seinem Strafverfahren wegen fremdenfeindlicher Äußerungen eine rechtskräftige Entscheidung gibt.

Bis dahin wird das vom Kreisverband Lippe der Jungen Union angestrengte Ausschlussverfahren ausgesetzt. So lautet der Beschluss, den das Landesschiedsgericht der Jungen Union Nordrhein-Westfalen am Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung in Düsseldorf gefasst hat. Zur Begründung führt das Landesschiedsgericht unter Vorsitz von Michael Esken und in Beisein von JU-Landesgeschäftsführerin Tanja Kneffel aus, dass noch keine abschließende Beurteilung vorgenommen werden könne, weil „nicht mit hinreichender Sicherheit feststeht“, dass Schnelle die ihm vorgeworfenen Äußerungen getan habe. Schnelle bestreite alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

Parteischädigendes Verhalten liege laut Satzung des CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen dann vor, wenn „neben einer ehrenrührigen Handlung auch eine rechtskräftige Verurteilung derselben vorliegt“. Das Landesschiedsgericht weist darauf hin, dass der Ausschlussantrag „zumindest dann begründet sein dürfte, wenn der Schuldspruch im Strafverfahren rechtskräftig werde“.

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 20.07.2002

Ahnen auf den Spuren Joseph Plauts
Biographie über den jüdischen Sänger

Detmold. Vor 36 Jahren verstarb Joseph Plaut, der berühmte jüdische Sänger aus Detmold. Grund genug, dem Künstler einen Vortrags-Abend im Gymnasium Leopoldinum zu widmen. Dr. Peter Schütze rief das Lebenswerk Plauts und seine Flucht vor den Nazis in Erinnerung.

Nach dem Tod des Künstlers war dies die erste Vortragsveranstaltung zu Plaut in Lippe. Erschienen waren auch enge Angehörige des Sängers. Der 87-jährige Plaut-Neffe Dr. Alfred Plaut und die 65-jährige Enkelin des Künstlers, Rosemarie Bergner, wohnten der abendlichen Veranstaltung bei. Dr. Eugen Heinen hatte sie nach Detmold eingeladen. Dort besichtigten beide die jüdische Gedenkstätte hinter der alten Detmolder Synagoge. Auch dem Geburtshaus Plauts in der Wehrenhagenstraße und dem jüdischen Friedhof statteten sie einen Besuch ab. Alfred Plaut war selbst vor den Nazis geflohen und emigrierte 1933 nach England. Inzwischen ist er nach Berlin zurückgekehrt.

Heinen arbeitet zur Zeit an einer Gedenk-Biographie über Joseph Plaut. Der Neffe und die Enkelin Plauts lieferten mit ihren persönlichen Erinnerungen wertvolle Hinweise für den Biographen.

Sie überließen ihm zur Auswertung außerdem einige Originaldokumente aus der privaten Korrespondenz Joseph Plauts mit seiner Familie sowie Fotos und andere persönliche Erinnerungsstücke. Zeitzeugen aus Lippe, die noch über Dokumente, wie Zeitungsausschnitte oder Theaterzettel, Fotos, Tonmitschnitte oder Schallplatten, von und über Joseph Plaut verfügen, werden gebeten, sich bei Dr. Heinen zu melden, Telefon: (05231) 21887.

Bildunterschrift: Neffe Alfred Plaut (87) und Enkelin Rosemarie Bergner (65) am Grab von Sänger Joseph Plaut.

 

 

„Lippe aktuell“, 20.07.2002

Kommandeur-Wechsel im September
General W.-D. Langheld verlässt Augustdorf

Augustdorf (wi). Der Kommandeur der Panzerbrigade 21 „Lipperland“, General Wolf-Dieter Langheld, wird am 23. September sein Kommando über die Panzerbrigade an Robert Bergmann (zur Zeit Ahlen) abgeben und nach Munster wechseln. Dort wird Langheld General der Panzertruppen und Kommandeur der Panzertruppenschule, die zuständig ist für den Führungsnachwuchs der gepanzerten Truppenteile.

Die Kommandoübergabe wird am 23. September im Rahmen eines feierlichen Appell in der GFM-Rommel-Kaserne erfolgen; am selben Tag wird sich General Langheld auch ganz offiziell von der Garnisonsgemeinde Augustdorf verabschieden.

Langheld war im März 1999 nach Augustdorf versetzt worden. Die Vorbereitung des Einsatzes Augustdorfer Soldaten im ehemaligen Jugoslawien zählte zu Langhelds wichtigsten Aufgaben. General Langheld war im Kosovo für ein halbes Jahr der Befehlshaber der zu den KFOR-Streitkräften zählenden internationalen Brigade Süd. 7.400 Soldaten aus neun Nationen unterstanden seinem Kommando.

Oberst Robert Bergmann ist zur Zeit Kommandeur der in Ahlen stationierten Panzergrenadierbrigade 19. Diese wird im Zuge der Bundeswehr-Strukturreform aufgelöst.


Juni 2002

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 22./23.06.2002

Feiern nur ohne Glatzen
Kundgebung gegen rechte Aktivitäten an den Externsteinen

Horn-Bad Meinberg (Sam). Gekommen waren nicht viele. Aber die, die sich gestern auf dem Marktplatz Horn versammelten, machten deutlich, was ihnen stinkt: Nazis bei der Sonnenwendfeier an den Externsteinen.

Aufgerufen zu der Kundgebung hatte der Antifaschistische Arbeitskreis Detmold. In dessen Namen erklärte Volker Wiemann, dass die Sonnenwend-Aktivitäten der rechten Szene seit einigen Jahren wieder zunehmen. Wiemann: „Wir feiern nicht gemeinsam mit Menschen, die bereit sind, andere Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihres Andersseins sogar zu ermorden. Wir kennen auch andere schöne Plätze, wo man ungestört feiern, lachen oder trommeln kann.“

Er rief dazu auf, eine Atmosphäre zu schaffen, in der menschenverachtendes Gedankengut keinen Platz habe. Dies werde möglich durch das „Einmischen, wenn jemand rassistische Sprüche äußert“, durch die Annäherung der unterschiedlichen Kulturen, durch die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit.

Sein Unverständnis darüber, dass der Ex-Kommandant des italienischen Polizei- und Durchgangslagers Fossoli, Karl Friedrich Titho, bis zu seinem Tod nahezu unbehelligt in Horn-Bad Meinberg leben konnte, brachte Dieter Zoremba (Arbeitsgemeinschaft Fossoli) zum Ausdruck: „So gehört es in Deutschland offensichtlich zur ganz normalen Auffassung, dass der Kommandant eines Lagers, aus dem Juden in die Vernichtung geschickt wurden, eigentlich gar nichts getan hat.“

Bildunterschrift: Zumindest gabs vom Hessischen Rundfunk Resonanz auf die Kundgebung in Horn. Ein Kamerateam aus Frankfurt war angereist, um über die Demo und die Sonnenwendfeier an den Externsteinen zu berichten. Rechts im Bild: Volker Wiemann.

 


Antifaschistischer Arbeitskreis Detmold, AG Fossoli, 10.06.2002

Die Rekrutierungsmöglichkeiten der Neonazis unterbinden -
Für das Verbot von „Sonnenwendfeiern“ an den Externsteinen

Offener Brief an den Landesverband Lippe

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

antisemitisch und rassistisch motivierte Gewalt sowie Terror gegen Andersdenkende haben in Ostwestfalen-Lippe besorgniserregend zugenommen.

Ein Beispiel aus der „Schaumburger Zeitung“ vom 23. April 2002:

„Organisierte Neonazis aus Minden und Schaumburg entführen nach einem NPD-„Selbstschulungstag“ an Hitlers Geburtstag gewaltsam einen Schüler aus Rinteln. Die Polizei, die den Rintelner aus dem Wagen der Täter befreien kann, stellt schwere Misshandlungen fest.“

Einen nicht unbedeutenden Anteil am Zulauf der militanten Neonazi-Szene in OWL haben die jährlich am 21. Juni stattfindenden „Sonnenwendfeiern“ an den Externsteinen. Insbesondere in den Jahren 1999, 2000 und 2001 rekrutierten hier verstärkt braune Aktivisten aus den „Freien Kameradschaften“ Bad Salzuflen, Bielefeld, Minden und Bünde erfolgreich Nachwuchs. Ebenso die NPD-Kreisverbände aus Schaumburg und Minden.

Diesen Aktivitäten muss ein Ende gesetzt werden!

Schon seit einigen Jahrzehnten mobilisiert der braune Sumpf zu dieser vermeintlichen „Germanischen Kultstätte“. Wir erinnern hier an die klare Stellungnahme des Rates der Stadt Horn-Bad Meinberg vom 13. Juni 1985:

Kompromisslos wurde das Verbot der „Sonnenwendfeiern“ gefordert!

Unter einem verschärften und weitaus bedrohlicherem Klima gegen unterdrückte und verfolgte Menschen durch Nazis in diesem Staat knüpfen wir heute daran an:

Die unterzeichnenden Organisationen fordern den verantwortlichen Landesverband Lippe hiermit unmissverständlich auf, die „Sonnenwendfeiern“ an den Externsteinen generell zu verbieten.

 

 

Antifaschistischer Arbeitskreis Detmold, 08.06.2002

Faschismus ist keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen
Gemeinsam gegen Sonnenwendfeiern von Neonazis!
Kundgebung: Freitag, 21.06.2002, 17.00 Uhr, Horn – Rathaus

Seit Jahrzehnten treffen sich Neonazigruppen aus dem gesamten Bundesgebiet an den Externsteinen zu Sonnenwendfeiern. Unter Beteiligung zahlreicher Bürger und Bürgerinnen aus Horn – darunter der damalige Bürgermeister – demonstrierten bis Ende der 80-er Jahre viele hundert Menschen gegen diese Treffen. Dutzendfache rassistisch motivierte Morde (u.a. Solingen!), an denen auch Neofaschisten beteiligt waren, pogromartige Übergriffe gegen Flüchtlinge und MigrantInnen (Rostock, Hoyerswerda ... ) zeigen, dass auch heute solche Treffen nicht verharmlost werden dürfen und ein Protest dagegen notwendiger denn je ist.

Was sind Sonnenwendfeiern?
Sonnenwendfeiern waren ursprünglich germanische Feste. Dieser germanische Kult wurde von den Nazis während der Zeit des Faschismus zur Verherrlichung ihrer Weltanschauung wieder aufgegriffen; wir wissen, was das Ergebnis war: Ermordung und Vernichtung der JüdInnen und Andersdenkender sowie Millionen Tote des 2. Weltkrieges.

Was passiert am 21. Juni?
Bei Sonnenwendfeiern der Neonazis lebt – z.T. Geschickt verpackt – faschistisches Gedankengut wieder auf. Von AugenzeugInnen und aus Berichten wissen wir, was heute auf solchen Treffen propagiert wird: Verherrlichung der Fronterlebnisse im 2. Weltkrieg, Verharmlosung der Naziverbrechen, Rassismus (Fremdenfeindlichkeit) ... Hinzu kommt der Versuch, Jugendliche durch Lagerfeuerromantik, „Kameradschaft“ und „Stärkegefühl“ für Nazigruppen zu ködern bzw. für eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob es sich dabei um sogenannte „Freie Kameradschaften“, NPD oder religiös-faschistische Sekten wie Goden bzw. Armanen handelt.

Warum werden dann solche Treffen nicht verhindert?
Durch die Protestaktionen in den 80-er Jahren konnte erreicht werden, dass größere Neonazitreffen nicht mehr stattfinden konnten. Proteste gegen diese Treffen waren also damals erfolgreich. Daran möchten wir heute anknüpfen. Überall dort, wo sich diese Gruppen öffentlich treffen wollen, müssen wir ihnen entgegen treten. Wir befürchten sonst:
Eine Ausweitung rassistischen Gedankengutes und rassistisch motivierter Gewalt (Morde!),
Terror gegen Andersdenkende,
Schleichende Akzeptierung neonazistischen Gedankenguts.
Zeigen wir deshalb durch unsere Anwesenheit in Horn, dass wir zum Widerstand gegen (neo)nazistische Gruppen und ihre Ziele entschlossen sind.


 

 

Februar 2002

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 08.02.2002

 

Skinhead geht für vier Jahre in den Bau

Mit zwei weiteren Jugendlichen wehrlosen Behinderten schwer verletzt und ausgeraubt

 

Bad Salzuflen / Detmold (gs). Teil zwei in dem Prozess gegen die Skinheads, die im August vergangenen Jahres auf dem Salzhof einen Mann ausgeraubt und zusammen geschlagen haben. Der dritte Täter wurde zu einer Jugendstrafe von vier Jahren verurteilt.

 

Nachdem das Landgericht Detmold zwei Schläger am 11. Januar zu je fünf Jahren Hadt verurteilt hat (die LZ berichtete), stand gestern der „Dritte im Bunde“ vor dem Jugendschöffengericht in Detmold. Das Urteil gegen Bert Th. (Name geändert) wurde wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes in Tateinheit mit gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung verhängt.

 

Die drei Skinheads waren ihrem späteren Opfer zufällig auf dem Salzhof begegnet und beschlossen spontan, den behinderten Mann auszurauben. Sie schlugen den 45-Jährigen zu Bodenund traten dann auf das wehrlose Opfer ein. Die Beute: drei Kreditkarten mit Geheimnummer sowie einige Mark Bargeld. Aufgrund von Videoaufzeichnungen, die die Skins beim Versuch zeigten, an verschiedenen Automaten Geld abzuheben, wurden schließlich alle drei Täter identifiziert und eine Woche später festgenommen.

 

Th. war laut Auffassung des Gerichts nur ein Mitläufer. Er bekannte sich gestern zur Skinhead-Szene, wo er nach einer verpatzten Jugend anscheinend Anerkennung gefunden habe. Das Trio hatte nach eigenen Angaben im Laufe des Vortages und der Nacht reichlich dem Alkohol zugesprochen. Nach durchzechter Nacht benötigte es Geld für neues Bier.

 

Das Opfer wollte sich an diesem Morgen wie an jeden Markttag um die Elektrizität für die Marktbeschicker kümmern. „Der Mann war halt zur falschen Zeit am falschen Ort“, stellte Richter Jochen Velhagen lapidar fest. Obwohl der Angeklagte mit schweren Springerstiefeln auf den wehrlosen Mann eingetreten habe, sei er vielleicht nicht das Monster, das die objektiven Tatbestände vermuten lassen würden.

 

Velhagen: „In seinem Leben ist sicherlich viel schief gelaufen, verhängnisvoll war der Anschluss an eine rechtsradikale Jugendgruppe. Er hat zwar keine einschlägige Vorbelastung, aber seine Vorstrafen zeigen eine dynamische Entwicklung mit krimineller Energie auf. Obwohl er seine Tat gestanden hatund sich auch nach dem Bekanntwerden der Fahndung der Polizei gestellt hat, kommt nur eine empfindliche Jugendstrafe für ihn in Frage.“

 

Der verurteilte Th. Will in der Justizvollzugsanstalt nach eigenen Angaben seine Chance wahrnehmen und während der Verbüßung seiner vierjährigen Haftstrafe eine Lehre absolvieren.

 

 

 

 

 

 

„Lippische Rundschau“, 05.02.2002

 

Anklage erhoben

Besucher der „alten Pauline“ geschlagen

 

Detmold (blz). Drei Männer aus der so genannten rechten Szene müssen sich in den nächsten Monaten wegen schwerer Körperverletzung, Volksverhetzung und weiterer Delikte vor Gericht verantworten. Sie sollen in der Nacht zum 15. September 2001 Besucher der Jubiläumsfeier in der „alten Pauline“ angegriffen und teilweise schwer verletzt haben. Oberstaatsanwalt Diethard Höbrink bestätigte auf Anfrage der LIPPISCHEN RUNDSCHAU, dass die Staatsanwaltschaft Detmold Anklage erhoben hat.

 

Das 20-jährige Bestehen des autonomen Jugendzentrums an der Bielefelder Straße wurde an diesem Abend gefeiert. Doch nicht nur Gäste kamen, auch vier junge Männer in Springerstiefeln und mit geschorenen Köpfen fuhren mit dem Auto vor, berichten Höbrink und der Detmolder Rechtsanwalt Günter Meyners, der eines der späteren Opfer vor Gericht vertreten wird.

 

Grundlos beschimpft

 

Die vier hätten die Besucher der „Pauline“ grundlos mit Parolen wie „Zecken raus“ und „Juden raus“ beschimpft, berichtet Meyners weiter. Einige Besucher des Jugendzentrums seien kurz darauf zum Vobis-Parkplatz gegangen, weil sie die Autokennzeichen der ungebetenen Gäste notieren wollten – als plötzlich zwei der Provokateure „mit Holzlatten bewaffnet“ auf sie zugestürmt seien. Drei Besuchern gelang laut Meyners die Flucht, doch ein Beteiligter wurde eingeholt und zu Boden geworfen.

 

Der eine Verfolger habe den Mann dann festgehalten, während der andere „mehrfach mit der Holzlatte auf den Kopf des Besuchers einschlug“ und ihn mehrmals mit seinen Springerstiefeln getreten habe, die Stahlkappen hatten, berichtet der Rechtsanwalt.

 

Als die Angreifer in ein Auto eingestiegen waren, habe sich ein anderer Besucher der „alten Pauline“ vor den Wagen gestellt, um die Abfahrt zu verhindern. Der Fahrer habe aber trotzdem Gas gegeben, so dass sich der Besucher „nur durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen konnte“. Ein Fahrzeuginsasse habe gegenüber der Polizei später angegeben, der Mann mit dem Brett habe sich im Auto damit gebrüstet, „den einen halbtot geschlagen“ zu haben.

 

Gegen drei der aus Detmold und Umgebung stammenden mutmaßlichen Provokateure erhebt die Staatsanwaltschaft Detmold nun Anklage wegen Volksverhetzung, gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

 

Prozessauftakt im April

 

Da zwei der Angeklagten zum Tatzeitpunkt 18 und 20 Jahre alt waren, ist das Jugendschöffengericht zuständig. Das Verfahren könne frühestens im März eröffnet werden, kündigte Oberstaatsanwalt Höbrink auf Nachfrage an – wahrscheinlicher sei jedoch ein Prozessauftakt im April.

 

 

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 04.02.2002

 

Kein Klima für Rechtsradikale

Mehr als 8.000 Menschen folgen dem DGB-Aufruf und

protestieren friedlich gegen den NPD-Aufmarsch in Bielefeld

 

Bielefeld. Es ist ein wunderschöner Frühlingstag. 17 Grad meldet Radio Bielefeld am Mittag. „Die Sonne scheint auf Gerechte und Ungerechte gleichzeitig“, meint Roland Engels. Der Vorsitzende des DGB Kreises Bielefeld / Gütersloh führt einen der drei Sternmärsche an, bei denen mehr als 8.000 Menschen friedlich gegen den Aufmarsch der Neonazis in Bielefeld demonstrieren. „Eigentlich müsste über dem Ostbahnhof eine Gewitterwolke sein“, stellt Engels mit einem Blick zum strahlend blauen Himmel fest. Am Ostbahnhof ist der Sammelpunkt der 1.700 Rechtsextremen, die gegen die Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“ aufmarschieren. 2.300 Polizisten und 470 Beamte des Bundesgrenzschutzes schirmen die verschiedenen Demonstrationszüge hermetisch voneinander ab. Mit Erfolg. Während die Neonazis bei ihrem Marsch dumpfe Parolen grölen, gerät die DGB-Veranstaltung zu einem Volksfest gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Hier die Chronik eines ungewöhnlichen Tages:

 

Frühstücken gegen Rechts. 100 Menschentreffen sich unter diesem Motto am Ostbahnhof, um zu protestieren, bestenfalls dem NPD-Sonderzug die Einfahrt zu versperren. Aber Polizisten haben das Gelände bereits gesichert.

 

Der Platz vor dem Wiesenbad füllt sich mit Menschen. Polizisten verteilen Zettel mit Tipps für die DGB-Demo-Teilnehmer und Buttons. Auf denen steht „Halt gegen „Gewalt“.

 

Vor dem Hauptbahnhof super Stimmung bei Live-Musik. 800 Menschen, darunter viele Eltern mit Kindern sind dem DGB-Aufruf gefolgt.

 

Seit einer Stunde ist die Wehrmachtsausstellung geöffnet. Der Andrang ist groß.

 

Die ersten zehn Rechtsextremisten erscheinen, darunter Stefan Luchs, Mitglied im NPD-Bundesvorstand und einer der Mitorganisatoren des NPD-Umzuges. Sie werden auf Waffen durchsucht. Kahlköpfe müssen verbotene Embleme abkleben.

 

Der Demo-Zug des DGB setzt sich in Bewegung. „Nazis raus“ wird skandiert und „Ene meine miste, Nazis in die Kiste“. Mit in der friedlichen Demo sind auch mehr als 100 Personen, die der autonomen, gewaltbereiten Szene zugerechnet werden.

 

Der zweite DGB-Demonstrationszug startet. Zehn Minuten später beginnt der dritte Zug am Hauptbahnhof.

 

in der Nähe des AJZ (Arbeiter-Jugend-Zentrum): „Jeder muss sich nun entscheiden, wo er lang geht“, heißt es aus einem AJZ-Lautsprecher-Bulli. Ein indirekter Aufruf, die Straße gerade aus weiter zu marschieren, um zum NPD-Aufmarsch zu gelangen.

 

Der Interregio 10015 fährt ein. 300 Rechte steigen von dort aus in den Sonderzug auf Gleis 1. Die Polizei hat mehr als 200 Beamte zusammengezogen.

 

Die mehr als 100 gewaltbereiten Demonstranten lösen sich aus dem Wiesenbad-Zug, versuchen die Absperrungen zu durchbrechen, gehen auf Polizisten los. Pfefferspray wird von den Beamten eingesetzt. Bilanz: vier verletzte Angreifer.

 

Die Zahl der Rechten schwillt auf rund 600 an. Aus einem blauen Passat, der mit vier Megaphonen ausgerüstet wurde, dröhnt – offenbar zur geistigen Erbauung „Schön blühn die Heckenrosen“. Auf der Ladenfläche eines Pritschenwagens sitzen der bekannte Neonazi Christian Worch und der, aus der NPD ausgeschlossene Steffen Hupka, ein rechter Scharfmacher.

 

Der zweite Zug mit 800 Rechten aus dem Rheinland kommt an.

 

Als Hupka zu einer Rede ansetzt, erntet er Buh-Rufe. Mit Marschmusik versuchen andere Rechtsextremisten Hupka zu übertönen. Tumultartige Szenen – scheinbar sind sich die NPDler nicht einig, wer nun das Recht zur Rede hat. Jetzt geht alles blitzschnell. Einige Nazis gehen auf Journalisten los, schlagen sie sogar, versuchen Reporter am Fotografieren zu hindern – von der handgreiflichen Diskussion soll nichts nach außen gelangen.

 

Ein Gedenkgottesdienst gegen die NPD-Demo beginnt; der rechte Zug wird später am Gotteshaus vorbeiziehen.

 

Kundgebung mit Rainer Wend (Bielefelder SPD-Bundestagsabgeordneter) und Annelie Buntenbach (MdB der Grünen). Wend fordert das Versprechen, dass Bielefeld „eine Stadt bleibt, in der sich Minderheiten wohlfühlen und von der Toleranz ausgeht“. Buntenbach: „Diese Aufmärsche sind die Beleidigung der Opfer des Nationalsozialismus.“

 

Der NPD-Sonderzug rollt ein. Minuten später schwillt die braune Flut an. Mit dabei: Der Alt-Nazi Friedhelm Busse, dem die Polizei kurz zuvor Redeverbot erteilt hatte. Die Beamten sprechen später von 1.700 Rechtsradikalen. Spezialtrupps gegen „politisch motivierte Straftaten“ und Staatsschützer, die sich mehr oder minder unauffällig um die Demo gruppiert haben, lassen die NPD-Demonstranten nicht aus den Augen. 15 Minuten später setzt sich der Zug in Bewegung. Anwohner haben überall Plakate gegen die Nazis aufgehängt. „Verpisst euch“ und „Nazis raus“ rufen sie.

 

Der DGB-Demonstrationszug startet Richtung Altstadt. Von dort geht es zum Rathaus.

 

Autonome Gewalttäter versuchen die Polizeiabsperrung zu durchbrechen, werfen mit Glasflaschen auf den NPD-Tross. Ein Fotograf, der für den Stern die Szenerie festhalten will, wird durch Glassplitter an der Hand verletzt. Immer wieder versuchen die gewaltbereiten Autonomen zum NPD-Umzug vorzudringen.

 

Abschlusskundgebungmit Ronald Engels (Regionalvorsitzender des DGB), Oberbürgermeister Eberhard David, Regine Burg (Bielefelder Superintendentin) und Ismail Tas vom Bielefelder Ausländerbeirat. Bei der Rede Davids gibt’s Pfiffe und „Heuchler“-Rufe. Der Oberbürgermeister setzt seine Rede fort, spricht sich gegen Rassismus und Antisemitismus aus.

 

Der NPD-Umzug stoppt. Redner versuchen sich in Geschichtsklitterung.

 

Die DGB-Demo ist beendet.

 

Bevor sich der NPD-Zug wieder in Bewegung setzt, ziehen Polizeibeamte den Neonazi Worch aus dem Verkehr. Er hatte verbotenen Parolen skandiert. Auch der Anmelder des NPD-Aufmarsches, Timo Pradel aus Bielefeld, war Minuten vorher wegen seiner Sympathiebekundung für die SS vom Aufmarsch ausgeschlossen worden. Beide erwartet ein Strafverfahren.

 

Der Sonderzug rollt ein. Die Rechten verschwinden wieder in Richtung Hauptbahnhof. Gegen 18.20 Uhr ist die braune Flut verebbt. Bielefeld gehört wieder seinen Bürgern.

 

Auf dem Flur im ersten Stock ein festgenommener Kahlkopf, der, von Bereitschaftspolizisten eskortiert, Richtung Gewahrsam trottet. Polizeipräsident Erwin Südfeld und Einsatzleiter Heinrich Haubrock ziehen eine positive Bilanz. Kaum Ausschreitungen. Ob es am 2. März eine weitere Demo, die diesmal vom Rechtsradikalen Worch angemeldet wurde, geben wird, bleibt abzuwarten. Haubrock: „Wir werden die Vorfälle bei der NPD-Demo prüfen.“ Vielleicht reichen sie für ein Verbot des Aufmarsches aus.

 

 

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 02.02.2002

 

Anklage gegen Neonazis

„Pauline“-Besucher mit Holzbrett schwer verletzt

 

Detmold (Sam). Gegen drei Neonazis, die im September 2001 einen Besucher der „alten Pauline“ zusammengeschlagen haben sollen, wird Anklage erhoben. Dies teilte der Rechtsanwalt des Opfers, Günter Meyners (Detmold), mit.

 

Wie berichtet, war der junge Mann mit einem Holzbrett angegriffen und am Kopf schwer verletzt worden, nachdem er die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Kulturzentrums an der Bielefelder Straße verlassen hatte. Die Täter sollen nach Angaben des Anwaltes zudem Parolen wie „Zecken raus“ und „Juden raus“ gerufen und mit ihrem Wagen gefährlich auf andere Besucher zugefahren sein.

 

Halb totgeschlagen

 

Wie Meyners weiter berichtet, habe einer der Verdächtigen später damit geprahlt, den Pauline-Gast „halb totgeschlagen“ zu haben. Noch in der Nacht waren die Männer vorläufig festgenommen worden.

 

Laut Meyners hat die Staatsanwaltschaft Detmold nun gegen die drei Rechtsradikalen Anklage wegen Volksverhetzung, gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erhoben. Zwei der Männer seien zum Zeitpunkt der Tat 18 und 20 Jahre alt gewesen. Bei ihnen werde im Falle einer Verurteilung das Strafrecht für Heranwachsende zu Grunde gelegt, sagte der Jurist.

 

„Wohl nur dem glücklichen Umstand, das der überfallene Besucher wie durch ein Wunder nicht schwer verletzt wurde, haben es die Angeklagten zu verdanken, dass die Anklage nicht auf versuchten Totschlag lautet“, sagte Meyners.

 

Gefährliche Körperverletzung

 

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Karl-Heinz Schneider, konnte gestern nicht bestätigen, dass Anklage erhoben worden ist. Der zuständige Oberstaatsanwalt befinde sich derzeit nicht im Dienst, hieß es.

 

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 02.02.2002

 

Kaderschmiede der Rechtsextremisten

Im „Collegium Humanum“ in Vlotho werden

Neonazis für den Straßen-Kampf geschult

Treff der „intellektuellen Faschisten“

 

Von Oskar Emm

 

Vlotho / Bielefeld. So ein Aufmarsch muss gut vorbereitet sein. Aus dem gesamten Bundesgebiet reisen die NPD-Sympathisanten heute nach Bielefeld, um durch den Osten der Stadt zu marschieren. Das verlangt eine ausgeklügelte Logistik und stramme Disziplin. Die nötige Wissensbasis für das Gelingen einer Demonstration lernen die Organisatoren regelmäßig auf „Unterführerschulungen“ im „Collegium Humanum“. Das ist ein Veranstaltungsort der extremistischen Rechten im ostwestfälischen Vlotho.

 

Die NPD, Anmelder der heutigen Demonstration in Bielefeld, könnte allein aus Ostwestfalen kaum 100 Anhänger für einen Marsch mobilisieren. Die Partei ist daher auf Mithilfe der „Freien Kameradschaften“ angewiesen. Das sind regionale und lokale Sammelbecken von Neonazis. Um auf eine Teilnehmerzahl von über 1.000 zu kommen, ist es nötig, die Gleichgesinnten aus ganz Deutschland nach Bielefeld zu lotsen. In der Regel werden um die 30 Sammelpunkte in der Republik eingerichtet. In Bussen geht es anschließend weiter in eine Stadt nahe des Demonstrationsortes, in diesem Fall könnten das Hamm oder vielleicht Hannover sein. Von dort aus bringt die Bahn die Teilnehmer ans Ziel.

 

Nun warten auf die Ordner und Organisatoren der Rechtsextremisten die nächsten Aufgaben: Sammeln zum geordneten Abmarsch und aufpassen, dass die Teilnehmer die Demonstration nicht gefährden durch (zu offensichtliche) verfassungsfeindliche Parolen oder andere Straftaten. Damit dieser Ablauf gewährleistet werden kann, bilden die führenden Rechtsextremisten gezielt so genannte „Unterführer“ aus. In Ostwestfalen hat sich das Collegium Humanum für solche Aktivitäten mittlerweile etabliert. Nach Informationen von Szenebeobachtern pauken die Neonazis in Vlotho regelrecht Schulfächer. Demnach stehen zum Beispiel „Verschlüsselungstechniken“, „Polizeifunk abhören“, „Geländeübungen“ (auch Wehrsport genannt) und „Deutsche Geschichte“ auf dem Stundenplan. „Am Ende müssen die Teilnehmer Abschlussprüfungen ablegen, bei denen sie auch durchfallen können“, berichten Kenner der Naziszene. Regelmäßige Teilnehmer dieser Schulungswochenenden – mindestens drei hat es 2001 gegeben – sind die bekannten Bielefelder Neonazis Bernd Stehmann und Meinhard Otto Elbing. Beide gehören zur mittleren Ebene der Hierarchie innerhalb des rechtsextremen Spektrums. Sie treten als Ordner bei Aufmärschen in ganz Deutschland in Erscheinung. Stehmann hat sich zudem einen Namen als Herausgeber eines Nazi-Skinhead-Magazins gemacht, das auch im Haus des Collegium Humanums verkauft wird. Dieser Verein ist 1963 auf Initiative von Prof. Werner Haverbeck (t) gegründet worden. Haverbeck war im Dritten Reich Leiter der „Reichsmittelstelle für Volkstumsarbeit“. Er gehörte zum persönlichen Stab von Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess. 1974 wurde der zeitweise an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Fachhochschule Bielefeld tätige Professor Präsident des „Weltbunds zum Schutz des Lebens – Bundesverband Deutschland“ (WSL-D). Dieser Verein beschäftigt sich vornehmlich mit einem völkischen Rassismus. Der WSL-D wird vom Verfassungsschutz NRW als rechtsextrem eingestuft.

 

Karikaturunterschrift: Im Collegium: Pauken für den „Endsieg“.

 

Das ländlich gelegene Vereinshaus Collegium Humanum wird von unterschiedlichen Gruppierungen des rechten Randes als Seminar-, Schulungs- und Kultur-Veranstaltungsort genutzt. So spielte dort im März vergangenen Jahres der Gütersloher Musiker „Sleipnir“, dessen CD „Mein bester Kamerad“ 1998 wegen volksverhetzenden Inhalts beschlagnahmt wurde. Anschließend trat die schottische Band „Nemisis“ auf. Deren Sänger ist Herausgeber des schottischen „Blood & Honour“- Magazins. Die Nazirock-Organisation Blood & Honour wurde in Deutschland im Jahr 2000 verboten.

 

Bildunterschrift: Der Bielefelder Neonazi Bernd Stehmann gehört zur mittleren Hierarchieebene der rechtsextremen Szene.

 

Im Collegium gehen auch die so genannten „Neuen Rechten“ ein und aus. Im August 2001 verbreiteten laut gesicherten Informationen mehr als ein Dutzend Referenten unter anderem aus Frankreich, Belgien, der Schweiz und Deutschland ihre Denkansätze während eines „Sommerseminars“.

 

Bildunterschrift: Meinhard Otto Elbing, Ex-Funktionär der verbotenen „Nationalistischen Front“ ist regelmäßig Gast in Vlotho.

 

Der ehemalige Leiter des Bielefelder Staatsschutzes, Ulrich Ettler, nannte diese intellektuellen Rechtsideologen „gefährlicher als Skinheads“, da sie leichter andere Menschen verführen könnten. Dafür sind sie da. Im Collegium Humanum, der Nazi-Kaderschmiede, bekommt der Rechtsextremist sein ideologisches und geistiges Rüstzeug für den angestrebten „Endsieg“.

 

 

 

 

 

R. Williams, 02.02.2002

 

Was macht eigentlich Oberbürgermeister Eberhard David

auf einer antifaschistischen Abschlusskundgebung?

 

Bei der DGB-Abschlusskundgebung soll unter anderem der CDU-OB der Stadt Bielefeld eine Rede halten. Der DGB gibt damit dem Mann die Möglichkeit, sich als guter Antifaschist zu profilieren, der ansonsten in der Bielefelder Lokalpolitik gerne Geschichtsrevisionismus betreibt. Die Regierung um OB David hat der Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht ... „ jede ideelle und finanzielleUnterstützung verweigert. Mit der Benennung einer Straße in Bielefeld in „Kaselowskystraße“ hat der OB und seine Ratsmehrheit aus FDP / CDU / BFB ein weiteres mal gezeigt, wie er zu der nationalsozialistischen Vergangenheit Bielefelds steht. Richard Kaselowsky war Mitglied des „Freundeskreises Heinrich Himmler“. Kaselowsky hat damit aktiv die Verbrechen des Faschismus unterstützt. Der Skandal ist um so größer, wenn man weiss, dass erst vor kurzem, nach jahrzehntelangem Kampf die Kunsthalle endlich nicht mehr „Kaselowskyhalle“ heisst. Die Verharmlosung der nationalsozialistischen TäterInnen und ihrer Verbrechen wird damit nicht nur von Neonazis forciert, sondern auch von etablierten Parteien. Wir wissen nicht, was David als Redner auf einer antifaschistischen Kundgebung zu suchen hat. David repräsentiert weder AntifaschistInnen, noch die interkulturelle Gesellschaft, die in Bielefeld längst Realität ist.

 

Im Gegenteil: Als CDU-Mitglied vertritt David eine Partei, die für rassistische (Leitkultur-) Kampagnen bekannt ist und deren aktueller Kanzlerkandidat E. Stoiber schon mal gerne über eine „durchrasste“ Gesellschaft schwadroniert.

 

Als VertreterInnen einer antirassistischen und antifaschistischen Politik für Bielefeld (und weltweit) stellen wir uns nicht nur gegen militante Neonazis, sondern auch gegen Verharmlosung von faschistischen Verbrechen, egal von welcher Coleur sie vorgetragen werden.

 

Bildunterschrift: Wenn sie diesen Mann auf der RednerInnenbühne sehen ... pfeifen Sie bitte! Drücken Sie Ihren Unmut aus!

 

Es ist unklar, aus welchen Motiven der DGB handelt, wenn er sich solche Schoten überlegt.

 

David als Redner vom Podium pfeifen!

 

 

 

 

 

 

 

Januar 2002

 

 

„Gemeindebrief“ der ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-West“, 31.01.2002

 

Zerbrochene Kindheit

Eine jüdische Familie aus Heidenoldendorf hat den Nationalsozialismus überlebt

 

Gertrud Wagner

 

Sie ist 1931 in Heidenoldendorf geboren. Ihre Eltern besaßen dort ein kleines Haus. Auf dem ältesten Foto von ihr sieht man sie zwischen ihren Brüdern, die stolz die kleine Schwester an der Hand halten. Ein Foto als Dokument einer glücklichen Kindheit? Zunächst ja. Doch zunehmend muss Ruth Ehrmann befremdende Erfahrungen machen. Von ihrem Lehrer wird sie manchmal Judenkind genannt. Am 9. November 1938 klingelt es morgens um 4 Uhr plötzlich an der Tür. Keine Zeit für Besuche! Ein Freund der Familie will sie warnen: „Versteckt euch! In Detmold brennt die Synagoge!“ Zwei Stunden später wird der Vater verhaftet. Die Familie wird gezwungen aus der eigenen Wohnung auszuziehen, von nun an leben sie auf dem Dachboden im eigenen Haus. Ihr Vater wird frei gelassen, verliert aber seine Arbeit. Ab jetzt kann die Siebenjährige ihrer Umgebung nur noch in solche einteilen, die zu ihr halten, und solche, vor denen sie sich in Acht nehmen muss. Ruth muss nun lernen ein „jüdisches Kind“ zu sein. Da ihre Mutter nach Hitlers Rassegesetzen „arisch“ ist (sie war bei ihrer Heirat zum Judentum übergetreten), hat die Familie noch einen gewissen Schutz. Aber Ruth darf nun nicht mehr in die öffentliche Volksschule gehen, sondern nur noch in die provisorisch eingerichtete, kümmerliche jüdische Notschule in Detmold, Gartenstraße 6. Den drei Geschwistern ist es noch erlaubt, als „Halbjuden“ mit der Straßenbahn nach Detmold zu fahren, doch wenn die Bahn zu voll ist, müssen sie aussteigen und zu Fuß weitergehen. Ab und an werden sie dabei mit Steinen beworfen oder angespuckt. Mit Beginn des Krieges am 01.09.1939 wird der Alltag noch schwieriger.

 

Ein guter Freund, der sie bisher oft schützen konnte, wird eingezogen. Die Lebensmittelkarten sehen für Juden nur halbe Portionen vor. Aber es gibt immer noch treue Freunde. So begleitet Tante Martha W. die Kinder manchmal zur Schule um sie vor den Anfeindungen „arischer“ Kinder zu schützen. Ruth bekommt auch etwas von den erfolglosen Bemühungen der Eltern um Auswanderung mit. Sie hört, dass Angehörige der Jüdischen Gemeinde „in den Osten“ verschickt werden. Es ist unheimlich, dass Menschen, die sie kannte, einfach verschwinden. 1942 musste auch die jüdische Notschule schließen. 1943 wurden der Vater und die Brüder in ein Arbeitslager nach Bielefeld gebracht. Einmal fuhr sie mit der Mutter nach Bielefeld um die drei zu besuchen. Der Vater und die großen Brüder hatten immer Schutz für sie bedeutet, jetzt erlebt sie, wie die drei selber hilflos sind. Schließlich wurden Vater und Brüder in die Lager Zeitz und Overlock verschickt, wo die Mutter sie noch einmal besuchte. Der Vater und Karl kehrten von dort zurück, von Hans kam eine Postkarte: „Ich bin auf dem Weg zu Tante Irmgard.“ Das war in der Familie das verabredete Stichwort für das KZ Theresienstadt.

 

Fast am Ende des Krieges, im Februar 1945, wurden schließlich der Vater und Karl zusammen mit der inzwischen 14-jährigen Ruth auch nach Theresienstadt deportiert. Dort geriet sie in ein Lager, in dem inzwischen chaotische Zustände herrschten. Die Überlebenden der „Todesmärsche“ aus den aufgelösten KZs im Osten kamen in dem bei Prag gelegenen Lager ausgehungert oder schon halbtot an. Ruth wäre fast an einer Mandelentzündung gestorben, eine Typhusepidemie brach aus, bei der auch nach der Befreiung des Lagers durch die russische Armee noch viele starben.

 

Im Sommer 1945 findet sich die Familie Ehrmann in Heidenoldendorf wieder zusammen. Sie sind alle noch am Leben, das ist ein Wunder! Der Vater versucht nun, das kleine Häufchen der nach Kriegsende zurückgekehrten Juden, die auch nach dem Bekanntwerden des millionenfachen Mordes an den europäischen Juden erfahren mussten, dass sie unerwünscht waren, in einer Gemeinde in Detmold zu sammeln. Aber der Antisemitismus war auch hier nicht vorbei. Wilhelm Ehrmann musste erfahren, wie deprimierend es war, um die Rückgabe jüdischen Eigentums, auch des Eigentums der Jüdischen Gemeinde, bei den Behörden zu kämpfen. Ihn erschreckte auch, wie die wegen nationalsozialistischer Straftaten verurteilten Detmolder vorzeitig aus den Gefängnissen entlassen wurden. Das war der Grund für den Entschluss, 1949 mit der Familie nach Israel auszuwandern. Und so lebt Ruth heute mit ihrem Mann Benjamin im Kibbuz Maayan Zwi. Sie haben drei Kinder und 14 Enkel.

 

Wenn ich heute an ihre große Familie in Israel denke und mir ihre Lebensgeschichte vorstelle, fällt mir ein Satz aus der Josefsgeschichte ein: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“ 2. Mose 50, 20

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 30.01.2002

Sein Verbrechen war die Liebe
Franz Meyer schildert das Schicksal eines polnischen Zwangsarbeiters

Blomberg (sb). Es war ein heißer Sonmmertag. Daran erinnerten sich die vier Zeitzeuginnen, die Franz Meyer in Ehrsen-Breden befragte, genau. Ein Montag. Am 28. Juli 1941 wurde ein junger polnischer Zwangsarbeiter im Steinbruch von Ehrsen-Breden gehängt. Sein Name: Stefan Bolewski. Das einzigartige Schicksal des 29-Jährigen hat Meyer, Stadtarchivar in Bad Salzuflen, recherchiert. Montagabend berichtete er darüber anlässlich des Gedenktages für die NS-Opfer in der „Alten Synagoge“.

Sein Blomberger Kollege Dieter Zoremba hatte in der Begrüßung der leider sehr wenigen Zuhörer den aktuellen Bogen zu der inzwischen teilweise angelaufenen Entschädigung der Zwangsarbeiter geschlagen: „Viele haben keine Chance, jemals Geld zu bekommen, denn sie haben Deutschland nicht lebendig verlassen“, erinnerte er an die Menschen, die bei Luftangriffen, Arbeitseinsätzen in der Großindustrie oder im Konzentrationslager umkamen.

Einem Nazi-Verbrecher fiel auch Stefan Bolewski zum Opfer. Sein Vergehen war die Liebe.

Geboren wurde Bolewski am 2. August 1911 in einem Dorf südlich von Posen als einziger Sohn katholischer Eltern. Bei Warschau in Kriegsgefangenschaft genommen, kam er vermutlich im Januar 1940 gemeinsam mit 812 anderen polnischen Kriegsgefangenen nach Lippe, wo er in einem von 39 Arbeitskommandos in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Bolewski wurde zunächst im Saal der Gastwirtschaft Wellenbüscher in Breden untergebracht, im August bezog er als so genannter „Zivilarbeiter“ eine private Wohnung auf dem Hof Limberg, Ehrsen Nr. 5, seiner Arbeitsstätte.

Sein – als Kapitalverbrechen geahndetes – Verhältnis zu einer jungen, deutschen Tagelöhnerin, Mutter zweier Kinder, deren Mann an der Front war, flog Anfang 1941 auf. Ein Parteitreuer hatte das Paar verraten.

„Ich spreche hier von einem ungesühnten NS-Verbrechen, denn weder der Denunziant noch der Richter, der das Todesurteil verhängte, wurden je dafür bestraft“, erklärte Meyer.

Die Hinrichtung selbst sei offensichtlich von der Gestapo bewusst als öffentliches Spektakel inszeniert worden, um die Bevölkerung einzuschüchtern. So sei eine Gruppe von 20 polnischen Zwangsarbeitern an dem Gehenkten vorbeigeführt worden. Vor allem Schaulustige der umliegenden Dörfer – sogar Mütter mit Kindern – habe es den Zeitzeugen zufolge zum Steinbruch gezogen.

Umso erstaunlicher, dass der Fall ein halbes Jahrhundert später vielerorts totgeschwiegen wurde. Selbst im Familienkreis der Geliebten: Die kehrte nach Verbüßung einer vierjährigen Haftstrafe im Konzentrationslager Bergen-Belsen in ihren Heimatort zurück und lebte mit ihrem Mann, der aus der Kriegsgefangenschaft zurückkam, weiter. 1996 starb die Frau. Ihr jüngster Sohn hatte bis dato nichts von den Geschehnissen der Jahre 1940/41 erfahren.

Bildunterschrift: Recherchiert: Der Salzufler Stadtarchivar hat durch Nachforschungen im Staatsarchiv und Befragung von Zeitzeugen das Schicksal des polnischen Zwangsarbeiters Stefan Bolewski verfolgt.

 


„Lippische Landes-Zeitung“, 30.01.2002

Soldaten sammeln
Kriegsgräberfürsorge

Horn-Bad Meinberg. Soldaten der 3. Kompanie des Panzerbataillons 214 aus Augustdorf sammeln am Donnerstag, 31. Januar, in den Straßen der Stadt und an den Haustüren für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die Soldaten gehören der Patenkompanie Horn-Bad Meinberg an. Mit dem Geld finanziert der Volksbund neben der Gräberfürsorge auch die Zusammenführung von jungen Menschen aus unterschiedlichen Nationen.

 

 

 

„Bild“, 25.01.2002

 

Ratsherr hetzte gegen Schwarze

 

Detmold – Wegen Volksverhetzung verurteilte das Landgericht einen Ratsherren (25) zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 60 Stunden Sozialarbeit. CDU-Mann Hendrik S. hatte in einer Kneipe behauptet: „Wir als weiße Rasse stehen über den Schwarzen.“ Außerdem: „Schwule sollte man vergasen.“ Er bestreitet die Vorwürfe bis heute, behielt aber sein Ratsmandat. Aus der CDU ist er ausgetreten.

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 25.01.2002

 

Kreis-JU: Schnelle soll gehen

Amt ruht

 

Detmold (mah). Der Kreisvorstand der Jungen Union (JU) will, dass der Detmolder Ratsherr Hendrik Schnelle die CDU-Tochter verlässt. Vorsitzender Christian Schücke sagte, dass er das Gespräch mit der JU Detmold suchen werde. Schnelle, der am Mittwoch wegen Volksverhetzung verurteilt worden war, ist bislang noch stellvertretender Chef der Detmolder JU.

 

Deren Vorsitzender Marius Töpper erklärte, Schnelles Amt ruhe derzeit: „Diese Lösung haben wir einvernehmlich getroffen.“ Der Kreis-JU reicht dies aber nicht. Vorsitzender Schücke sagte, er werde darauf drängen, dass Schnelle austritt. „Das wäre die erste Variante.“ Ansonsten werde der Vorstand den Ausschluss beim Landesschiedsgericht beantragen. Ein Verfahren, das auch die Landes-JU nach Angaben des Vize-Vorsitzenden Thomas Jarzombek „sehr befürwortet“.

 

Schücke wunderte sich darüber, dass Schnelle noch Mitglied der JU ist: „Er hat im vergangenen Jahr den Parteiaustritt erklärt. Ich dachte, dazu gehört auch der Abschied von der JU.“ Auf Kreisebene habe Schnelle keine Posten mehr inne. „Triftigere Gründe für einen Ausschluss kann es jawohl nicht geben“, zeigte sich Schücke von den gerichtlich festgestellten Beleidigungen entsetzt.

 

Der Detmolder Töpper – Stellvertreter Schückes – sagte, er sei davon überzeugt, dass Schnelle sich nicht fremdenfeindlich oder abfällig gegenüber Homosexuellen geäußert habe. „Ich war an den Abenden ja mit dabei. Und ich hätte ihn zur Rede gestellt. So etwas darf ein JU`ler sich nicht erlauben.“

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 25.01.2002

 

Linke im Regen

Knapp 50 Lipper demonstrieren gegen mutmaßlichen Neonazi

 

Detmold-Berlebeck (hell). “Ene mene Miste, Nazis in die Kiste”, schallt es aus fast 50 Kehlen. Die jungen Leute sind dem Aufruf der „Antifaschistischen Aktion“ gefolgt und haben sich am Mittwochabend im Berlebecker Hahnbruchweg versammelt. Hier, vermuten sie, wohnt ein führender und aktiver Neonazi.

 

Auslöser für die Demonstration sind die für den 2. Februar und den 2. März in Bielefeld geplanten Aufmärsche rechter Gruppen. Sie wollen ihrereseits gegen die Ausstellung „Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht 1941 – 1944“ demonstrieren. Nach Meinung der „Antifaschistischen Aktion“ verfolgen die extremen Rechten mit ihren Aufmärschen nicht nur das Ziel, Geschichtsrevisionismus zu betreiben, sondern auch, die Straße zu erobern und so genannte „national befreite“ Zonen zu schaffen – Zonen, in denen sich nur noch deutsch Aussehende frei und ungefährdet bewegen können.

 

Bildunterschrift: „Agitieren aus dem Verborgenen enttarnen“: Für dieses Anliegen gingen die jungen Leute friedlich auf die Straße.

 

Dem Berlebecker, an dessen Haus sich die Linken unter Begleitung von vier Streifenwagenbesatzungen mit Transparenten und Trillerpfeifen versammelt haben, werfen sie vor, er habe sich maßgeblich an der Organisation der geplanten Naziaufmärsche beteiligt. Mit Hilfe eines Lautsprecherwagens zählten sie außerdem eine Reihe weiterer mutmaßlicher Aktivitäten des Mannes in der rechten Szene auf. So sei er unter anderem Gauleiter der inzwischen verbotenen Wiking-Jugend gewesen und habe mit der ebenfalls verbotenen Nationalistischen Front zusammen gearbeitet.

 

Getreu dem Motto „Wehret den Anfängen“ wollten die Antifaschisten nun die Öffentlichkeit aufrütteln. An diesem regnerischen Abend steckten aber nur wenige Anlieger kurz die Köpfe aus dem Fenster.

 

 

 

 

 

 

„Lippische Rundschau“, 25.01.2002

 

Demonstration in Berlebeck

Sprengstoff an V-Mann übergeben

 

Detmold (sts). Etwa 30 Aktivisten vor allem aus dem linksautonomen Spektrum haben nach Polizeiangaben am Mittwochabend in Berlebeck gegen einen dort wohnenden Mann demonstriert. Zu Störungen sei es bei der ordnungsgemäß angemeldeten Demonstration am Hahnbruchweg nicht gekommen.

 

Die Demonstranten werfen Gregor S. (Name von der Redaktion geändert) vor, er sei ein bundesweit agierender Neonazi. Er soll, wie zu erfahren war, seit Jahren für die Organisation von Demonstrationen gegen die umstrittene Wehrmachtsausstellung mitverantwortlich und bis 1993 „Gauleiter“ der mittlerweile verbotenen Wiking-Jugend gewesen sein. Zudem habe er Kontakte zur ebenfalls verbotenen Nationalistischen Front gehabt.

 

Freude am Wehrsport

 

Auch für den Staatsschutz in Bielefeld ist der Detmolder schon lange kein Unbekannter mehr. Wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz war der damals 27-Jährige im November 1998 vom Schöffengericht Detmold zu einer Freiheitstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Damals hatte Gregor S. sich vor Gericht als „treudeutsch“ bezeichnet.

 

Der Sohn eines ehemaligen Wehrmachtsoffiziers bekundete zudem seine Liebe zu Uniformen und militärischen Ausrüstungsgegenständen sowie seine Freude an wehrsportlichen Übungen. Wegen seiner Zugehörigkeit zur Wiking-Jugend war der junge Mann, der nach dem Abitur als Zeitsoldat in der Bundeswehr diente, von dieser vorzeitig entlassen worden.

 

Verurteilt worden war der Detmolder vor knapp drei Jahren, weil er einem zeitweiligen NPD-Mitglied, ebenfalls Zeitsoldat, im August 1994 in Gütersloh einen 223 Gramm schweren TNT-Sprengkörper und einen elektrischen Sprengzünder zur Aufbewahrung übergeben hatte. Der vermeintliche Gesinnungsfreund war allerdings inzwischen Vertrauensmann des Militärischen Abschirmdienstes geworden – und hatte das Treffen dem MAD verraten.

 

Ein gegen S. zu einem früheren Zeitpunkt ergangenes Urteil wegen Verbreitung von Propagandamaterial verbotener Organisationen war zum Zeitpunkt des Urteils im November 1998 noch nicht rechtskräftig gewesen.

 

 

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 25.01.2002

 

Schnelle soll Junge Union verlassen

 

Detmold (mah). Der Kreisvorstand der Jungen Union (JU) will erreichen, dass der Detmolder Ratsherr Hendrik Schnelle die CDU-Tochter verlässt. Vorsitzender Christian Schücke sagte, dass er das Gespräch mit der JU Detmold suchen werde. Schnelle, der am Mittwoch wegen Volksverhetzung verurteilt worden war, ist bislang noch stellvertretender Vorsitzender der Detmolder JU (wir berichteten). Deren Vorsitzender Marius Töpper erklärte, Schnelles Amt ruhe derzeit: „Diese Lösung haben wir einvernehmlich getroffen.“ Der Kreis-JU reicht dies aber nicht.

 

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 24.01.2002

 

Sechs Monate für Schnelle

Volksverhetzung: Detmolder Ratsherr verurteilt

 

Detmold (mah). Sechs Monate Haft auf Bewährung wegen Volksverhetzung, dazu 60 Sozialstunden – so lautet das Urteil des Landgerichts im Berufungsverfahren gegen den Detmolder Ratsherrn Hendrik Schnelle (früher CDU). Vorsitzender Richter Rudolf Hartl sah es – wie schon die erste Instanz – als erwiesen an, dass sich der 25-Jährige abfällig über Schwarze und Schwule geäußert hat. Im Gegensatz zum Amtsgericht kam die Strafkammer jedoch zum Schluss, dass Schnelles Äußerungen in Kneipen zumindest teilweise volksverhetzend und somit strafbar waren.

 

Verurteilt wurde Schnelle für den Satz, man müsse die Schwulen vergasen wie früher die Juden. „Herr Schnelle musste wissen, dass seine Äußerungen in der Kneipe an die große Glocke gehängt werden“, sagte Hartl. Schnelle war damals wie heute stellvertretender JU-Vorsitzender, und „dies ist ja auch schon was“. Dass die Zeugin – damals Juso-Mitglied – sich erst im Vorfeld der Kommunalwahl 1999 an die Öffentlichkeit gewandt habe, sei reiner Zufaff gewesen.

 

Die beleidigenden Äußerungen Schnelles über Schwarze waren nach Ansicht des Gerichtes nicht volksverhetzend – sie seien im Kreise seiner Freunde gefallen, und die Zeugin, eine Kellnerin, sei nicht politisch aktiv gewesen. „Da fehlte der Vorsatz“, urteilte der Richter. Also: Keine Volksverhetzung. Er nannte das Urteil daher einen „Teilerfolg“ für Schnelle.

 

Das Verfahren war auf Antrag der Staatsanwaltschaft aufgerollt worden, weil Staatsanwalt Diethard Höbrink der Argumentation des Amtsgerichtes nicht gefolgt war. So wurden alle Zeugen der September-Verhandlung erneut gehört. Dazu kam eine weitere Frau, die bezeugte, dass sich Schnelle beim Karneval in Berlebeck abfällig über Schwarze geäußert habe.

 

Zeugen glaubwürdig

 

Schnelle selbst wies die Anschuldigungen vehement von sich. „Sätze wie diese sind kontraproduktiv und dumm. Wenn jemand behauptet, ich habe mich so geäußert, ist das schlichtweg gelogen.“ Ähnlich äußerten sich seine Freunde. Themen wie Gleichstellung der homosexuellen Ehe oder der wirtschaftliche Unterschied zwischen Afrika und Europa seien diskutiert worden, jedoch auf sehr sachlichem Niveau. „Solche Äußerungen kann man sich in der JU gar nicht leisten“, betonte ein Mitglied aus Schnelles Abendgesellschaft.

 

Auch die Belastungszeuginnen blieben bei ihren Aussagen. Sie wurden von der Kammer als glaubwürdig eingestuft. „Entscheidend ist: Es gibt nicht den leisesten Grund dafür, dass die Zeuginnen sich so etwas ausdenken. Wir haben drei Äußerungen, die sich ungefähr auf einer Linie befinden“, so der Richter. Daher seien auch offensichtliche Widersprüche in den Aussagen der jungen Frauen – etwa zum weiteren Kontakt mit Schnelle nach den Kneipenabenden – nicht entscheidend.

 

Diese Widersprüche hatte Schnelles Rechtsanwalt Jürgen Mankratz in den Mittelpunkt seines Plädoyers auf Freispruch gestellt. Er hatte zudem argumentiert, dass immerhin fünf aus der Kneipenrunde sich nicht an die Aussagen erinnern könnten: „Es ist zudem absolut unglaubwürdig, wenn eine Zeugin sich daran erinnern will, dass Herr Schnelle sich beim Karneval in Berlebeck abfällig über Schwarze geäußert haben soll, andererseits aber keine Vorstellung mehr von seinem Kostüm hat.“ Immerhin sei Schnelle damals als Punk gegangen – mit bunten Haaren und Symbolen der Antifaschisten auf dem T-Shirt. „Im Zweifel für den Angeklagten“, betonte der Anwalt.

 

Staatsanwalt Höbrink zeigte sich mit dem Urteil zufrieden: „Die Argumentation ist vertretbar.“ Mankratz kündigte an, Rechtsmittel zu prüfen. Ein drittes Wiedersehen vor Gericht ist wahrscheinlich. Bürgermeister Friedrich Brakemeier als Ratsvorsitzender forderte Schnelle erneut auf, sein Mandat niederzulegen.

 

 

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 24.01.2002

 

Schnelle zu Bewährung verurteilt

 

Detmold (mah). Der Detmolder Ratsherr Hendrik Schnelle (25, parteilos) ist gestern vom Landgericht Detmold wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

 

Die Strafkammer kam wie das Amtsgericht zu der Erkenntnis, dass Schnelle sich auf infamste Weise über Homosexuelle und Schwarze geäußert hat. „Wir als weiße Rasse sind höher gestellt als die Schwarzen“ sowie „Man sollte Schwule vergasen wie die Juden“ waren demnach seine Worte im Februar und September 1998. Im Gegensatz zur ersten Instanz, die Schnelle vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen hatte, da die Äußerungen den kleinen Kreis nicht verlassen hatten, sah die Kammer diesen Tatbestand teilweise als gegeben. Zumindest im Falle des Schwulen-Zitates sei der Charakter erfüllt – diese Worte seien im Beisein politisch anders Denkender gefallen. Eine Jungsozialistin hatte mit am Tisch gesessen, an dem ansonsten nur Mitglieder der Detmolder Jungen Union mit ihrem Vize-Vorsitzenden Schnelle ihr Bier tranken. Diesen Posten hat Schnelle heute noch inne – während er aus der CDU nach dem Ausschluss aus der Fraktion im September ausgetreten war.

 

Das Verfahren war auf Antrag der Staatsanwaltschaft erneut aufgerollt worden. Sie zeigte sich zufrieden, während Schnelles Anwalt Rechtsmittel prüfen will. Er hatte auf Widersprüche in den Zeugenaussagen gebaut und auf Freispruch plädiert. Jura-Student Schnelle – bald steht das erste Staatsexamen an – wies die Vorwürfe zurück.

 

 

 

 

 

 

„Lippische Rundschau“, 24.01.2002

 

Teilerfolg der Staatsanwaltschaft gegen den Detmolder Ratsherrn Hendrik Schnelle

Sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung

 

Detmold (sts). Mit versteinerter Mine reagierte Hendrik Schnelle auf den Urteilsspruch der Berufungskammer am Detmolder Landgericht: „Kein Kommentar!“ Vorsitzender Richter Rudolf Hartl hat den 25-jährigen Ratsherrn gestern wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Zudem muss der ehemalige Christdemokrat, der stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union (JU) Detmold ist, 60 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

 

„Schwule sollte man genauso vergasen wie damals die Juden“, soll Schnelle im Frühjahr 1998 in einer Kneipe gegenüber einer 20-jährigen Zeugin gesagt haben. Im Herbst des gleichen Jahres soll er sich in einer anderen Gastwirtschaft gegenüber einer Kellnerin zudem abfällig über Schwarze geäußert haben.

 

Das Amtsgericht hatte den Jurastudenten im vergangenen Jahr vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen. Die ihm vorgeworfenen Aussagen habe es zwar gegeben, so der Richter damals. Sie seien aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen, wodurch der Vorwurf der Volksverhetzung nicht erfüllt sei. Das sah Oberstaatsanwalt Diethard Höbrink anders: Er legte Berufung ein und forderte gestern erneut neun Monate Haft auf Bewährung für Schnelle.

 

Erneut versuchte die Berufungskammer, mit Hilfe zahlreicher Zeugen herauszufinden, was vor vier Jahren von Schnelle wirklich gesagt worden ist. Dabei stand die 20-jährige Zeugin, 1998 bei den Jungsozialisten aktiv, im Mittelpunkt. Obwohl keiner der anderen Zeugen den von ihr vorgebrachten Satz Schnelles über Homosexuelle am Kneipentisch gehört haben will und manche Ungereimtheiten in ihrer Aussage waren, glaubte ihr das Gericht. „Es ist kein Grund erkennbar, warum sie sich das ausgedacht haben soll“, meinte der Richter. Anders bei der angeblichen abfälligen Äußerung Schnelles über Schwarze im Herbst 1998, habe der JU-Funktionär gewusst, so Hartl, dass er „diese fürchterliche Aussage“ gegenüber einer politisch Andersdenkenden mache und sie so eventuell eines Tages öffentlich werde. Damit handele es sich zumindest in diesem Falle um Volksverhetzung. Schnelle selbst bestritt erneut, „so Dummes und Törichtes“ gesagt zu haben. Er denkt über eine Revison nach.

 

 

 

 

 

 

„Westfalen-Blatt“, 24.01.2002

 

Verurteilt wegen Volksverhetzung

 

Detmold (LR/sts). Der Detmolder Ratsherr Hendrik Schnelle (25), der 2001 aus der CDU-Fraktion ausgeschlossen wurde, ist vom Detmolder Landgericht wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitstrafe von sechs Monaten auf Bewährung plus 60 Sozialstunden verurteilt worden. Die Berufungskammer hielt es für erwiesen, dass er 1998 in einer Kneipe gegenüber einer Jungsozialistin erklärt habe, man müsse „alle Schwulen vergasen wie damals die Juden“. Schnelle ist nach wie vor stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union Detmold.

 

 

 

 

 

 

Antifaschistische Aktion, 23.01.2002

 

Schwarz-Braun ist nicht nur die Haselnuss,

sondern auch die Junge Union Detmold!

 

Redebeitrag auf der Demonstration:

„Revisionisten auf die Pelle rücken! Gerd Ulrich – Drahtzieher im braunen Netz“

 

Vor dem Landgericht Detmold wurde heute Mittag der Antisemit, Rassist und Detmolder Ratsherr Hendrik Schnelle zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Er hatte in einer Kneipe wörtlich gesagt, man müsse „alle Schwulen vergasen wie damals die Juden“.

 

Hendrik Schnelle ist bis heute stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union Detmold. Laut seiner eigenen Aussage heute vor Gericht, sieht diese Jugendorganisation der CDU keinen Anlass, ihn auszuschliessen. So haben ihn seine Parteifreunde denn heute auch im Prozess als Zeugen verteidigt – erfreulicherweise vergeblich!

 

Seit über zwei Jahren haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass Hendrik Schnelle kein Einzeltäter ist – weder in der Jungen Union – noch in der CDU. Schwarz-Braun ist nicht nur die Haselnuss, sondern auch die Junge Union Detmold! Wir werden dies weiter öffentlich machen!

 

 

 

 

 

 

 

Autonome Antifa Detmold, 21.01.2002

 

Revisionisten auf die Pelle rücken!

Gerd Ulrich – Drahtzieher im braunen Netz

 

In Berlebeck bei Detmold lebt seit einigen Jahren der ehemalige „Gauleiter“ der mittlerweile verbotenen Wiking-Jugend (WJ). Bis 1993 leitete er gemeinsam mit seinem Vater den sogenannten „Gau Westfalen“ dieser militant-rechtsextremistischen Jugendorganisation. Zudem befand sich die damalige Wehrsportausrüstung der WJ in seinem Besitz, der auch von der ebenfalls verbotenen Nationalistischen Front. Mitbenutzt wurde. Diese war an seinem jetzigen Wohnort in Berlebeck versteckt.

 

Seit Beginn der (alten) Wehrmachtsausstellung „Vernichtungskrieg – Verbrechen der Wehrmacht 1941 – 1944“ organisiert Gerd Ulrich die immer wieder stattfindenden Nazi-Gegendemonstrationen mit und nimmt auch daran teil. Dabei schaffte er es bis jetzt immer, nicht in der Öffentlichkeit in Erscheinung zu treten. Auch bei der nun kommenden neu konzipierten Wehrmachtsausstellung in Bielefeld beteiligt er sich aktiv an der Organisation der faschistischen Gegenaktivitäten.

 

Um dieses Agitieren aus dem Verborgenen zu enttarnen, führen wir eine Demonstration an seinem Wohnort durch.

 

Raus auf die Straße!

Kein Fußbreit den Faschisten!

 

Demonstration

Mittwoch, den 23. Januar 2002

um 20.00 Uhr in Berlebeck / Detmold

(Parkplatz / Bushaltestelle „Kanne“)

 

 

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 19.01.2002

 

Mit Hochglanz gegen Rechts

Erschienen: Broschüre „Stop Lifestyle of Hate“

über die extreme Rechte in OWL

 

Bielefeld (ram). Diese Broschüre kommt zur rechten Zeit, denn: Neonazis rüsten anlässlich der Wehrmachtsausstellung in Bielefeld zu zwei großen Aufmärschen. Dass daran nicht nur auswärtige Gruppen beteiligt sein werden, belegt das soeben erschienene Heft „Stop Lifestyle of Hate – die extreme Rechte in OWL“.

 

Auf 50 großformatigen Seiten gibt die Hochglanz-Broschüre umfassende und erstmalig in dieser Form zusammen gefasste Einblicke in die braune Szene Ostwestfalen-Lippes. Annelie Buntenbach, Grüne Bundestagsabgeordnete: „Auch in Ostwestfalen haben Rechtsextreme im Schatten der großen Ereignisse Anhänger geworben und sich eine Infrastruktur geschaffen.“ So sei eine sprunghafte Zunahme ihrer Aktivitäten, die Neugründung von Gruppen, Treffpunkten und Versandgeschäften zu beobachten. Und die braune Szene hat sich verändert: „Neonazis sind nicht mehr in geschlossenen Gruppen organisiert, sondern verbreiten sich als Lebensstil, der das Unbehagen an der großen Politik aufgreift und neonazistische Lösungen anbietet.“

 

Bildunterschrift: Titelblatt: Das Heft liefert erstmals eine umfassende Analyse der rechten Szene in OWL

 

Bernhard Wagner, der für die Antifa-West in Bielefeld für die Broschüre verantwortlich zeichnet, beschreibt die neuen Organisationsformen als „Netzwerke bestehend aus den so genannten Freien Kameradschaften, der rechtsradikalen Musikszene, die beide wiederum eng mit der NPD kooperieren“. Als verbindendes Glied seien heute weniger Programme wichtig, denn so genannte Codes, an denen sich Gleichgesinnte erkennen, aber auch eine bestimmte Kleidung, die die Zusammengehörigkeit ausdrücke.

 

Gegen den rechten Lifestyle setzen „Antifa-West“ und der Verein „Argumente und Kultur gegen Rechts“ ihre neue Broschüre, die aufklären will, aber mit ihrer modernen Aufmachung auch moderne Seh- und Lesegewohnheiten bedient. Wagner: „Wir wollen gerade auch diejenigen ansprechen, die sich eben noch nicht mit dem Thema befasst haben.“ Da könne die neue Aufmachung den Zugang zu den 13 Artikeln erleichtern. Im Blick der Rechercheure „Stammtisch, Kameradschaft, Lifestyle“, „Die Freien Kameradschaften“, aber auch die rechte Musikszene, die unter dem Titel „Rockmusik fürs vierte Reich“ in einem kenntnisreichen Beitrag analysiert wird.

 

 

Antifa-West

c/o Bürgerwache

Rolandstraße 16

33615 Bielefeld

 

Die Broschüre kostet drei Euro, Versand gegen Vorkasse.

 

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 19.01.2002

 

Skandal-Ratsherr Schnelle vor Gericht

Es geht wieder um Volksverhetzung

 

Detmold (Sam). Der frühere Detmolder CDU-Ratsherr Hendrik Schnelle steht am kommenden Mittwoch erneut vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat das Berufungsverfahren angestrengt, nachdem Schnelle im September vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen worden war.

 

Wie berichtet, kam das Amtsgericht Detmold zu der Überzeugung, dass sich der mittlerweile parteilose Schnelle in einer Kneipe menschenverachtend zu Schwarzen und Homosexuellen geäußert habe. Schnelle hatte gesagt: „Wir als weiße Rasse sind höher gestellt und mehr wert als die Schwarzen.“ Und man müsse alle Schwulen vergasen wie damals die Juden.

 

Dennoch verließ Schnelle den Gerichtssaal unbestraft. In der Urteilsbegründung hieß es: Die Anti-Schwulen-Sprüche hätten den „engen Teilnehmerkreis der Gaststätte nicht verlassen“, und die rassistischen Äußerungen seien auf Schwarze im allgemeinen bezogen gewesen, nicht auf die in Deutschland lebenden.

 

Staatsanwalt Diethard Höbrink hält nun entgegen, dass sich Schnelles Parolen gegen einen anwesenden Farbigen gerichtet hätten. Zudem sei davon auszugehen, dass neben Schnelles direkten Gesprächspartnern auch andere Besucher in der gut gefüllten Gaststätte seine Äußerungen zu Homosexuellen mitbekommen haben. Laut Höbrink wurde damit der öffentliche Friede gestört – neben dem Angriff auf die Würde bestimmter Teile der Bevölkerung eines der juristischen Merkmale der Volksverhetzung.

 

Die Verhandlung, in der alle Zeugen aus dem ersten Verfahren erneut vernommen werden, beginnt am Mittwoch, 23. Januar, um 9 Uhr vor dem Landgericht Detmold.

 

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 12.01.2002

 

„Blut muss fließen“

Skinheads vor Gericht

 

Bad Salzuflen / Detmold (gs). Eine Zufallsbegegnung mit drei Skinheads endete für einen 45-jährigen Bad Salzufler tragisch: Der Mann wurde in den frühen Morgenstunden des 21. August 2001 von den Schlägern niedergeprügelt und getreten. Die Beute: 1,20 Mark Bargeld und zwei Bankkarten. Gestern mussten sich zwei Täter vor dem Landgericht Detmold verantworten.

 

Das Urteil: Wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes je fünf Jahre für den 23 Jahre alten Lars N. und den ein Jahr älteren Frederico Q. (Namen geändert). Hinzu kommen offene Bewährungsstrafen von einem Jahr für N. und zwei Jahren für Q. Gegen den Dritten erst 18 Jahre alten Mann wird nächsten Monat vor dem Jugendschöffengericht verhandelt.

 

Die Vorgeschichte: Das Triohatte sich in der Justizvollzugsanstalt Herford kennen gelernt und am Abend vor der Tat in Vlotho gezecht. Gemeinsam fuhren sie nach Bad Salzuflen, besorgten Bier und tranken weiter. Gegen 03.30 Uhr in der Frühe saßen die Drei auf dem Salzhof, als der durch einen früheren Unfall behinderte Kurt O. erschien. O. wollte vorbereitende Arbeiten für die Wochenmarkt-Beschicker verrichten, wie an jedem Markttag. Doch dazu kam es nicht mehr.

 

Die drei Angeklagten schlugen den wehrlosen Mann zusammen. Sie wollten sein Geld für neues Bier. Das Opfer erlitt eine klaffende Platzwunde an der Augenbraune, eine Gehirnerschütterung sowie Prellungen am ganzen Körper. Dann fanden die Skinheads in der Geldbörse die Geheimzahlen zur EC-Karte des Opfers. Versuche, Geld abzuheben, misslangen, sie wurden dabei jedoch fotografiert und einige Tage später verhaftet.

 

Vor Gericht bekannten sich die Täter offen zur Skinhead-Szene und zur Brutalität. Oberstaatsanwalt Michael Kempkes sprach in seinem Plädoyer von einer „Agressions-Tat angetrunkener, asozialer Krimineller“ und fordert fünfeinhalb Jahre für N. sowie fünf Jahre und neun Monate für Q.

 

Selbst in seinem Schlusswort machte N., der in früheren Verhandlungen schon wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden war, aus seiner Gesinnung keinen Hehl. Mit „Blut muss fließen, Knüppel müssen fliegen, ich scheiße auf die Freiheit dieser Judenrepublik“ verabschiedete sich der Skinhead in Richtung Zelle. Richter Michael Reineke sprach in der Urteilsbegründung von einer scheußlichen und brutalen Tat.

 

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 08.01.2002

 

Letzte Hoffnung für Zwangsarbeiter

Entschädigungszahlung: Mehrere hundert

Nazi-Opfer fordern bei Stadtarchiven Unterlagen an

 

Von Hartmut Salzmann

 

Kreis Lippe. Zwangsarbeiter – sie mussten für Nazi-Deutschland schuften. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergingen mehr als 50 Jahre, bis sich die deutsche Wirtschaft zur finanziellen Entschädigung für die körperliche und seelische Ausbeutung bereit erklärte. Seither gingen bei den lippischen Stadtarchiven mehrere Hundert Schreiben ehemaliger Zwangsarbeiter ein – mit der Bitte um Bestätigung ihrer Arbeitszeiten. Für die Betroffenen ist dies oft die letzte Hoffnung. Denn über eigene Unterlagen, die für die Zahlungen benötigt werden, verfügen die wenigsten. Und mit den Jahren schwindet die Erinnerung.

 

Bildunterschrift: Jede Zeile ein Schicksal: In solchen Listen finden die lippischen Stadtarchivare Hinweise auf ehemalige Zwangsarbeiter, die von 1939 bis 1945 in Lippe schuften mussten.

 

Seit 1999 / 2000 seien in Lippe zwischen 200 und 300 Anfragen eingegangen, erklärt der Blomberger Stadtarchivar Dieter Zoremba. „Schwerpunktmäßig aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion. Aus der ehemaligen Sowjetunion deshalb, weil viele lippische Zwangsarbeiter aus der Ukraine stammten“, sagt er.

 

Bei erfolgreicher Suche in den Archiven werden den ehemaligen Zwangsarbeiten schriftliche Bestätigungen ihrer Arbeitszeit zugesandt – gegebenenfalls auch Kopien aussagekräftiger Unterlagen.

 

„Mit einer guten Portion Gespür und Geschick“

  Franz Meyer

 

„Die Recherchen sind aber häufig sehr zeitintensiv und nur mit einer guten Portion Gespür und Geschick zu bewältigen. Nicht immer haben die damaligen Meldeämter beziehungsweise Bürgermeister die Zwangsarbeiter in die Eionwohnerkartei aufgenommen“, berichtet der Bad Salzufler Stadtarchivar Franz Meyer, Sprecher der lippischen Kommunalarchivare. Wenig Mühe sei darauf verwendet worden, die Namen exakt auszuschreiben. Meyer: „Und nicht immer können die ehemaligen Zwangsarbeiter nach so langer Zeit Arbeitsort und Arbeitszeitraum genau benennen.“ Die Suche werde zudem dadurch erschwert, dass manche Zwangsarbeiter häufiger den Arbeitsplatz wechseln mussten.

 

Bildunterschrift: Ukrainische Zwangsarbeiterinnen 1943 in Blomberg: Auf der Jacke tragen sie das Kennzeichen „Ost“. Solche Kennzeichen für Zwangsarbeiter führten die Nazis noch vor dem „Judenstern“ ein.

 

So reicht es in vielen Fällen nicht aus, die Einwohnermeldelisten durchzugehen. Auch Transportlisten des Detmolder Arbeitsamtes, Belegstärken und Personaldaten zu einzelnen Lagern, Strafbefehle gegen Zwangsarbeiter oder Belehrungslisten über das Verbot des Geschlechtsverkehrs mit Deutschen können Hinweise auf die Einzelschicksale liefern.

 

Wie lange dauert eine Recherche? Zoremba: „Mal geht es ganz schnell. Es kann aber auch bis zu anderthalb Tagen dauern.“ Erleichtert wird die Arbeit inzwischen durch eine Daten bank für Zwangsarbeiter beim Staatsarchiv Detmold. Nach und nach werden hier die Unterlagen der Stadtarchive und des Staatsarchivs in einer Datei vereint.

 

Ob die ehemaligen Zwangsarbeiter mit den Unterlagen aus Lippe Erfolg haben, davon erfahren die Archivare wenig, meint Zoremba.

 

„Die paar Tausend Mark sind schon eine Hilfe“

  Dieter Zoremba

 

Aufgrund persönlicher Kontakte zu Ex-Zwangsarbeitern in der Ukraine weiß er aber: „Die Zahlungen laufen noch schleppend. Und gerade in der Ukraine haben sich die Lebensverhältnisse in den vergangenen Jahren rapide verschlechtert. Da sind die paar Tausend Mark schon eine Hilfe.“ Nach seinen „vorsichtigen Schätzungen“ beläuft sich die Zahl der Zwangsarbeiter, die von 1939 bis 1945 in Lippe schuften mussten, auf etwa 8000.

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 08.01.2002

 

Gegengewicht zum wachsenden Antisemitismus

„Lippischer Landesverein zur Pflege der jüdischen

Geschichte und Literatur“ existierte bis 1917

 

Lage (be). Von 1899 bis 1917 existierte in der Zuckerstadt der „Lippische Landesverein zur Pflege der jüdischen Geschichte und Literatur“. Damit beschäftigt sich Volker Beckmann in der „Zeitlupe 2001“ (Historisches Jahrbuch für Lage).

 

Hintergrund der Gründung war der wachsende Antisemitismus im Kaiserreich zum Ende des 19. Jahrhunderts. Ziel des Vereins war es, im Rahmen einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit die rechtliche Gleichstellung der deutschen Juden zu verteidigen und die kulturelle Identität dieser Bevölkerungsgruppe zu stärken. „Die Ausdifferenzierung von Interessenverbänden in den verschiedenen Konfessions-, Parteien- und Wählermilieus war eine gesamtgesellschaftliche Erscheinung im Deutschland der 1890er Jahre“, so Beckmann in seinem Beitrag für das historische Jahrbuch.

 

Besonders jüdische Männer, die in verschiedene, der Allgemeinheit zugänglichen Gesellschafts- und Kulturvereine integriert waren, verspürten zu der damaligen Zeit das Bedürfnis, ihre kulturelle Identität in einer eigenen Gruppierung stärker zu akzentuieren. Lages Bürgermeister Lünning genehmigte am 13. Januar 1899 die Satzung des „Lippischen Landesvereins zur Pflege der jüdischen Geschichte und Literatur“. Nach Paragraph 1 bestand der Zweck des Vereins darin, „die Kenntnis der jüdischen Literatur zu fördern. Dem Verein als solchem liegen alle religiösen und politischen Tendenzen fern. Die Erörterung bezüglicher Fragen ist ausgeschlossen.“

 

Von anfangs zunächst 70 stieg die Mitgliederzahl auf 90 (1902). Seit 1912 bis zur Auflösung des Vereins im Jahre 1917 gehörten ihm konstant 20 Personen an. Kaufmann Heinemann Vogelstern (1842 – 1915) wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder waren der Lehrer und Prediger Friedrich Saphra aus Lemgo, Zigarrenfabrikant Moritz L. Kabaker (Lemgo) sowie Lehrer Abraham Plaut aus Detmold. Referenten bei den regelmäßigen Vortragsveranstaltungen waren reformorientierte Rabbiner, Lehrer und Schriftsteller, die Themen auswählten, die dem Wertsystem der sozialen Klasse, der sie selbst und ihre Zuhörerschaft angehörten, entsprachen.

 

Bildunterschrift: Leitete den Landesverein: Heinemann Vogelstein. Das Bild zeigt ihn mit seiner Frau Bertha, geborene Frankenstein.

 

Nach dem Tod des Vorsitzenden Vogelstein und dem Beginn des Ersten Weltkrieges ließ das Interesse am Verein nach, so dass die Auflösung entsprechend der Satzung erfolgte.

 

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 07.01.2002

 

Neonazis beugen sich Demo-Verbot

1.000 Bürger zeigen in Wewelsburg und Paderborn Flagge gegen Rechts

 

Von Karl Finke

 

Paderborn / Büren. Die Radio-Nachricht am Samstag um 10.30 Uhr sorgte für Aufatmen in den Reihen der Aktionsbündnisse: Das Bundesverfassungsgericht hatte noch am späten Freitagabend das Verbot einer Neonazi-Demonstration an der geschichtsträchtigen Wewelsburg bestätigt. 200 Personen in Wewelsburg und rund 1.000 wenig später in Paderborn demonstrierten dennoch, setzten ein Zeichen auch zukünftigweder hier noch dort Rechtsradikale zu dulden.

 

Bildunterschrift: Flagge gezeigt: Trotz des Verbots der Nazi-Demo machten die Bürger Paderborns deutlich, dass sie keine Nazis in ihrer Stadt dulden.

 

Mehrere hundert Polizisten hielten sich in Wewelsburg wie Paderborn noch bereit zur Durchsetzung des Verbotes, als zunächst auf dem Ex-Appellplatz des Konzentrationslagers Wewelsburg-Niederhagen ein Bündnis um den Verein „Gedenken 2. April“ (KZ-Befreiung) der geplanten „verabscheuungswürdigen Veranstaltung“, so Vorsitzender Michael Brohl, die Stirn bot: „Wir lassen keine Geschichtsklitterung mehr zu.“ Das Mahnmal im Dorf sei zum Ort für Menschen aus aller Welt geworden, die sich gegen subtile Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit in einem vereinten Europa einsetzen würden.

 

In seiner schriftlichen Verbots-Bestätigung noch am Freitag hatte das Oberverwaltungsgericht Münster die von Neonazis angemeldete Demonstration als „Verhöhnung der KZ-Opfer und ihrer Hinterbliebenen“ gekennzeichnet und die bewusst gewählte Nähe zum ehemaligen KZ und der SS-Kultstätte Wewelsburg mit dem Strafbestand der Volksverhetzung – als „Billigung, Leugnung und Verharmlosung der dort begangenen Verbrechen“ – bewertet. Die Würdigung dürfte auch für den zukünftigen Schutz des Ortes Bestand haben.

 

Gegen das Verbot einer Ersatz-Demonstration in Paderborn waren die Neonazis erst gar nicht gerichtlich vorgegangen. Das dort nach den Düsseldorfer Gewaltanschlägen im Herbst 2000 gegründete Aktionsbündnis aller Parteien, Kirchen und Gewerkschaften wie Verbände führte tausend Menschen zum Rathaus. „Darüber, dass es nicht 5.000 geworden sind, sollte niemand enttäuscht sein“, zog Bündnis-Sprecher Günther Bitterberg Bilanz. Paderborn habe sich mit dieser Kundgebung einmal mehr nicht als schwarze oder rote sondern bunte Stadt erwiesen. Die Polizei spendierte nach ihrem Kurzeinsatz überschüssige Erbsensuppe.

 

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 04.01.2002

 

Neonazi-Demos erneut abgelehnt

 

Paderborn / Wewelsburg (ph). Die juristischen Entscheidungen über Demonstrationen von Neonazis am morgigen Samstag, 05. Januar, an der Wewelsburg und in Paderbornfallen möglicherweise erst in letzter Sekunde: Nachdem das Mindener Verwaltungsgericht das Demonstrationsverbot für die Wewelsburg bestätigt hatte, wird heute mit einer Ablehnung beim Oberverwaltungsgericht in Münster gerechnet. Dagegen können die Neonazis beim Bundesverfassungsgericht klagen. Zeitgleich hatte gestern das Bielefelder Polizeipräsidium auch die für Paderborn beantragte Demonstration der „Initiative der weißen Art“ abgelehnt. Beobachter rechen damit, dass die Neonazis auch gegen diese Entscheidung den Rechtsweg beschreiten werden. Ungeachtet der juristischen Auseinandersetzungen laufen in Paderborn und Wewelsburg die Vorbereitungen zu großangelegten Gegendemonstrationen, die in der Mittagszeit beginnen sollen und zu denen mehrere tausend Personen erwartet werden. Daran beteiligen wollen sich u.a. Vereine, Verbände, Schülervertretungen, die Gewerkschaften, die Kirchen und Ausländervertretungen.

 

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 04.01.2002

 

Bürener gegen Forensik-Knast

 

Büren (fin). Im Bürener Ortsteil Hegensdorf hat sich eine erste Bürgerinitative gegen die mögliche Errichtung eines Forensik-Knastes in der Ex-Natokaserne Stöckerbusch gebildet. Die Stimmung im 1.000-Seelen-Dorf in nächster Nähe zur Abschiebehaftanstalt, wo ein Maßregelvollzug entstehen könnte, spricht geschlossen gegen derartige Pläne – so Ortsvorsteherin Maria Lummer. Das Land will am 16. Januar vor Ort seine Vorstellungen erläutern.

 

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 03.01.2002

 

Nazis wollen „Straße erobern“

 

Bielefeld (NW). Militante Nazis aus den sogenannten Freien Kameradschaften und die NPD in Ostwestfalen planen gemeinsam Aufmärsche gegen die Wehrmachtsausstellung, die Endes des Monats nach Bielefeld kommt. Zu diesem Zweck haben sich nach Erkenntnissen von Szenebeobachtern Vertreter beider Seiten mehrfach getroffen, unter anderem im „Collegium Humanum“ in Vlotho. Die Nazis aus den Kameradschaften werden von der NPD als Ordner gebraucht. Ziel der Rechtsextremen ist es, neben der Demo gegen die Ausstellung auch die „Straße zu erobern“.

 

 

 

2001

„Lippische Landes-Zeitung“, 22.12.2001

Die Externsteine unterm Hakenkreuz
Wie Wissenschaftler dem NS-System zuarbeiteten

Von Thorsten Engelhardt

Dörentrup / Horn-Bad Meinberg. Was waren die Externsteine und was wurde aus ihnen gemacht? Mit den europaweit bekannten Steintürmen und der Geschichte ihrer Forschung hat sich jetzt die Dörentruper Archäologin Dr. Uta Halle beschäftigt. In ihrer Habilitationsschrift beleuchtet sie besonders die großen Grabungen 1934/35 kritisch. Drei Erkenntnisse hat die Wissenschaftlerin, die am Mittwoch an der Humboldt-Universität zu Berlin habilitiert wurde, dabei herausgearbeitet: Es gibt keine Beweise dafür, dass die Steine eine germanische Kultstätte waren. Die Grabungsergebnisse wurden bewusst falsch interpretiert, und dabei handelte die Wissenschaft in vorauseilendem Gehorsam gegenüber den NS-Machthabern.

Wie weit stand die Wissenschaft unter dem Druck der Nazis, wie weit diente sie sich an, um Prestige zu erreichen und lang gehegte Forschungswünsche zu erfüllen? Eine Kernfrage vieler Disziplinen, die sich mit ihrer NS-Vergangenheit auseinandersetzen. „Als ich 1993 mit der Forschungsarbeit zu dieser Schrift begonnen habe, hatte ich das Bild im Kopf, dass die Wissenschaftler unter politischem Druck standen, und dadurch die Fehldeutungen hervorgebracht wurden. Doch beim Aktenstudium zeigte sich, dieser Druck war nicht da. Breitwillig wurden Ideen entwickelt und an die Parteigrößen herangetragen“, geht Uta Halle mit ihrer Disziplin ins Gericht.

Bildunterschrift: Germanisches Heiligtum: Grabungsleiter Julius Andree in NS-Uniform vor den Externsteinen.

Sie stützt sich dabei auf das Fallbeispiel der Externsteine, das im Detmolder Staatsarchiv gut dokumentiert ist. Der Detmolder Wilhelm Teudt, der von heutigen Wissenschaftlern als völkisch orientierter Laienforscher eingeordnet wird, vertrat Anfang der 30er Jahre die Theorie, die Externsteine seien ein germanisches Heiligtum gewesen, das von Karl dem Großen zerstört worden sei. Damit fand er Anklang beim Reichsführer der SS, Heinrich Himmler. Auf Teudts Theorien hin wurden 1934/35 große Ausgrabungen vorgenommen. Grabungsleiter war der Münsteraner Professor Julius Andree. Laut Halle hat Andree nach der ersten Grabungskampagne 1934 Teudts Theorie voll bestätigt. „Der Nachweis wurde aber nur schriftlich geführt, ohne Darstellung des Fundmaterials. Außerdem war die Befunddarstellung nur notdürftig“, sagt die Wissenschaftlerin. 1935 habe es dann einen Umschwung gegeben. Nachdem Hitler Karl den Großen als Reichseiniger bezeichnet hatte, habe Andree seine Interpretation geändert. „Jetzt sollte an den Externsteinen ein fantasievoller, aber nicht bewiesener Totenkult stattgefunden haben, der große Ähnlichkeit mit den NS-Feiern zum Tag des Marsches auf die Feldherrnhalle am 9. November 1923 hatte“, sagt Uta Halle. Ihr Urteil: „Hier war mehr vorauseilender Gehorsam im Spiel, als zu erwarten war.“ Eine Erklärung für den Opportinismus hat sie nicht. Es spreche aber viel dafür, dass es den Wissenschaftlern nicht um die „reine Lehre“ ging, sondern sie vor allem ihre Forschungen durchführen wollten. Im Vordergrund habe wohl der Wunsch gestanden, Werke zu schaffen, auf die die Kollegen noch Jahrzehnte lang zurückgreifen müssten.

„Nichts sächsisches, nichts fränkisches, nichts germanisches“
DR. UTA HALLE

Dabei sei kein starker politischer Druck auszumachen. Halles Beleg: Andrees Buch über die Grabungen, das er 1936 veröffentlicht, wird 1943 massiv von einem anderen Wissenschaftler kritisiert. „Dem ist nichts passiert“, so Uta Halle. Und auch Andree selbst habe keinen Schaden davon getragen, obwohl er 1936 nach einem Publikationsverbot aus anderen Gründen an Himmler schrieb, er, Andree, habe vom Reichsführer SS keine Befehle entgegen zu nehmen.

Bildunterschrift: Ort der Propaganda: Die Nazis hatten mit den Externsteinen große Pläne. Sie wollten sie zur Weihestätte ausbauen und ein Freilichtmuseum errichten. Der Krieg verhinderte das. Hier eine Führung für Mitglieder des Reichsarbeitsdienstes durch Ulrich von Motz.

Die Äußerungen ihrer eigenen Zunft nach 1945, die Archäologen hätten mit der SS zusammengearbeitet, um größeren Schaden von der Wissenschaft abzuwenden, nennt Halle eine Legendenbildung. „Es war nicht der durch die Pression geschürte Opportinismus, der die Wissenschaftler zu ihrer Verhaltensänderung zwang, es war die aktive Teilnahme der Wissenschaftler am politischen System.“ Diese Legendenbildung werde erst jetzt aufgearbeitet. Mit ihrer Habilitationsschrift will die Privat-Dozentin einen Startpunkt dazu geben. Und was haben die Grabungen nun tatsächlich ergeben? Uta Halle hat das Material neu bewertet. Ein vermeintlicher „Kultschacht“ ist ihrer Meinung nach Teil einer Entsorgungsanlage des 17. Jahrhunderts. Alle Metall- und Keramikfunde deuten auf das Hoch- und Spätmittelalter (1000 bis 1400) sowie die Neuzeit (17. bis 19. Jahrhundert) hin. Darunter sind Hufeisen und Armbrustbolzen. „Das sind Indizien für Adel, eventuell hat es einen kleinen Adelssitz auf den Externsteinen gegeben. Aber es gibt nichts sächsisches, nichts fränkisches, nichts germanisches in den Funden. Es gibt keine Anzeichen für einen Opferplatz oder irgendwelche Aktivitäten in der Zeit Karl des Großen.“ Sehr wohl hätten sich aber Artefakte gefunden, die darauf schließen lassen, dass sich 9000 vor Christus Rentierjäger bei den Steinen aufgehalten hatten. „Das ist eine kleine Sensation für die Gegend.“

Bildunterschrift: Dr. Uta Halle

Uta Halle wurde 1956 in Detmold geboren. Sie promovierte 1989 an der Universität Hamburg und war von 1993 bis 1996 Stipendiatin des Lise-Meitner-Programms, das Wissenschaftlerinnen eine Habilitation ermöglicht. Sieben Jahre schrieb und forschte sie für ihre Habilitationsschrift, die 600 Seiten umfasst und voraussichtlich 2002 als Buch veröffentlicht werden soll. Am Mittwoch hielt die Privat-Dozentin ihre Antrittsvorlesung an der Humbold-Universität zu Berlin.

 

November 2001

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 17.11.2001

 

Vernichtende Gedanken

Stadtarchivar Dieter Zoremba präsentiert Ausstellung über Feldpostbriefe

 

Blomberg (an). Sie war im Krieg die Nabelschnur für deutsche Soldaten an der Front: Über die Feldpost konnten sie mit Daheim in Kontakt bleiben. Der Blomberger Stadtarchivar Dieter Zoremba hat ein einzigartiges Beispiel für einen solchen Briefkontakt ausgegraben: 350 Feldpostbriefe eines Blombergers an seine Verlobte von 1939 bis 1945. Die daraus entstandene Ausstellung im Bürgerhaus wirft interessante Schlaglichter auf die vernichtende Gedankenwelt des Fritz K.

 

„Der Mann heißt weder Fritz noch K.“, betont Zoremba. „Es geht nicht um die Person des Autors, sondern darum, wie ein einzelner Soldat den Krieg erlebte, welche Befürchtungen und Hoffnungen er hatte.“ Wie der kurze Lebenslauf beweist, war Fritz K. ein Mensch wie du und ich. Und er war in hohem Grade infiziert mit nationalsozialistischem Gedankengut.

 

Sein Glauben an den Führer und den Sieg des deutschen Volkes war unerschütterlich, und selbst die Nachrichten aus Stalingrad konnten ihn nicht vom Gegenteil überzeugen, wie die Ausstellung eindrucksvoll zeigt. Noch kurz vor Kriegsende 1945 hofft Fritz in seinem letzten erhaltenen Brief, „dass der Führer dem Vormarsch der asiatischen Steppenwölfe auf deutsches Land Einhalt gebieten“ möge. Judenhass und Rassismus sind unverkennbar: Fritz K. lässt sich unter anderem über die „verlausten Untermenschen“ aus und meint damit die Russen, von denen er und seine Kameraden sich durchfüttern lassen. Die Briefe zeigen auch deutlich, dass Fritz K. sehr wohl über die Massenvernichtungen von Juden informiert war. Dennoch: „Fritz K. war keine Nazi-Größe, sondern ein ganz normaler Mann seiner Zeit“, betont Dieter Zoremba. Und obwohl die Briefe die Meinung eines Einzelnen wiederspiegeln und keineswegs repräsentativ sind, haben andere wie Fritz K. gedacht: „Er war beileibe kein Einzelfall“, weiß Zoremba. „Wenn man das liest, kann man vielleicht verstehen, warum sich 1939 nicht mehr Deutsche gegen den Vernichtungskrieg gewehrt haben.“ Und es unterstützt Zorembas These, dass für die Gräueltaten des Nationalsozialismus nicht nur eine Handvoll Generäle und Verführer verantwortlich waren, sondern auch der Rassismus und Antisemitismus im Kopf der einfachen Menschen.

 

Die Ausstellung stellt hohe Ansprüche an den Besucher: Sie enthält kein einziges Foto. Doch wer sich darauf einlässt, die Briefausschnitte zu lesen, wird ein authentisches und sehr anschauliches Bild jener Zeit vorfinden. Dieses Gemälde ist farbiger, als es Fotografien sein könnten: Die Sehnsucht des Fritz K. nach Hause, seine Kampfeslust und die Hoffnung, endlich vom friedlichen Brückenkopf an die echte Front zu kommen, aber auch die Sorge um die Daheimgebliebenen findet sich in und zwischen den Zeilen. Als Fritz K. von den Luftangriffen der Briten auf Hannover hört, wünscht er sich ein Endes des Kampfes im Osten herbei, damit wir dem „Tommy mal aufs Dach steigen können“.

 

Alles in allem eine wichtige Ausstellung, deren Besuch Pflicht für Menschen jeden Alters sein sollte. Sie ist täglich im Bürgerhaus von 14 bis 18 Uhr geöffnet, für Schulklassen sind auch Sondertermine vereinbar.

 

 

 

 

 

„Lippe aktuell“, 17.11.2001

Demonstration für den Frieden

Detmold. Auf Initiative des „Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold“ haben sich engagierte Einzelpersonen aus der Friedensbewegung in Detmold getroffen und beschlossen, am Samstag, 24. November um 11 Uhr, Bruchberg, zu einer Demonstration unter dem Motto „Frieden jetzt!“ auf zu rufen.

Trotz der aktuellen Entwicklung in Afghanistan wird befürchtet, das – wie auch von US-Präsident Bush angekündigt – der Krieg „lang andauert“, die kriegerischen Auseinandersetzungen also noch längst nicht beendet sind.

„Wir halten nach wie vor friedliche Mittel zur Konfliktlösung für die einzig richtige Form um Probleme wie beispielsweise auch den Terrorismus erfolgreich zu bearbeiten: nur wenn man die Ursachen des Hasses, die sozialen Probleme in den armen Ländern wie z.B. Afghanistan angeht, wird man ein Stück voran kommen und auf Dauer Gewaltakte verhindern“, so heißt es im Aufruf zur Demonstration.

Wieder einmal haben die Bombenangriffe gezeigt, dass nicht – wie beabsichtigt – die Schuldigen für die Attentate in New York getroffen wurden, sondern vor allem hunderte von Menschen der zivilen Bevölkerung Afghanistans.

Durch Bomben und Minen wird neues Leid, wird neuer Schmerz erzeugt, der wiederum zu neuem Hass und neuen Gewalttaten führen kann. So dreht sich die Gewaltspirale weiter, anstatt etwas für den Frieden und eine gerechtere Welt zu erreichen.

„Warum begegnet man den verbrecherischen Anschlägen vom 11. September nicht mit Mitteln des Rechts, der Vernunft, des Augenmaßes und der Weitsicht? Wie zivilisiert ist zivilisierte Welt“, so Volker Wiemann vom Antifaschistischen Arbeitskreis Detmold.

„Wir wollen mit unserer Demonstration in Detmold zeigen, dass es Menschen in Lippe gibt, die weder mit dieser Kriegslogik noch mit einem Einsatz der Bundeswehr in diesem Krieg einverstanden sind“, so Wiemann abschließend.

 

 

 

 

 

„Antifaschistischer Arbeitskreis“, 14.11.2001

Der Bayer-Konzern und seine mögliche Verstrickung in Kriege

Auf Einladung des Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold in Zusammenarbeit mit der „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ (CBG) wird Axel Köhler-Schnura, Düsseldorf, am Freitag, 23.11. um 20.00 im ibz, Elisabethstraße 8, Detmold über den Bayer-Konzern und die Menschenrechtsverletzungen in seiner 125-jährigen Geschichte berichten.

Vor über 20 Jahren wurde auf Initiative der AnwohnerInnen des Bayer-Werkes in Wuppertal die inzwischen weltweit wirkende CBG gegründet. Der Mitbegründer Axel Köhler-Schnura wird in seinem Vortrag u.a. auf die Vorläuferfirma des Bayer-Konzerns, die IG Farben, eingehen. Diese stellten in der Nazi-Zeit das Gas Zyklon B her, das in den Vernichtungslagern zur Ermordung von Millionen JüdInnen und GegnerInnen der Nazis eingesetzt wurde. Bayer weist bis heute eine Mitverantwortung für dieses Verbrechen und für eine angemessene Entschädigung von ZwangsarbeiterInnen zurück.

Heute leiden unter Bayer vor allem ArbeiterInnen der Zweigfirmen in Billiglohnländern, wo außerdem hochgiftige Abfälle des Konzerns „entsorgt“ werden.

Am Kongo-Krieg um Bodenschätze ist der Konzern ebenfalls beteiligt.

Der Lipobay-Skandal dieses Sommers ist unvergessen.

Nützt Bayer der Krieg gegen Afghanistan? Diese und andere Fragen wird der Referent in der sich anschließenden Diskussion gerne beantworten.

Auch bei der Demonstration mit dem Motto – „Frieden jetzt!“ – am Samstag, 24.11. um 11.00 Bruchberg wird Axel Köhler-Schnura mit einem Redebeitrag vertreten sein.

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 10.11.2001

 

Mitreißende Klänge

Antifaschistischer Arbeitskreis feiert sein 20-jähriges Bestehen

 

Detmold. 20 Jahre ehrenamtliches Engagement in einer Bürgerinitiative sind schon ein Grund zum Feiern, zumal wenn dies ein Eintreten für Frieden und Toleranz, gegen Rassismus und Neonazismus in Detmold bedeutet. Der „Antifaschistische Arbeitskreis Detmold“ lädt darum alle zur Feier in die alte Pauline ein.

 

Um den runden Geburtstag zu begehen, tritt am heutigen Samstag, 20. November, die Gruppe „AR-Chaos“ im Kommunikationszentrum an der Bielefelder Straße 3 auf. Bekannt ist AR-Chaos für seine ungewöhnlichen Musikinstrumente und seine Musik aus drei Kontinenten. „Gerade angesichts der aktuellen Diskussion um Rassismus und Neonazismus bietet sich hier eine gute Möglichkeit, Musik anderer Länder und Kontinente vorurteilsfrei zu begegnen“, heißt es aus dem Arbeitskreis.

 

Zu neuartigen und mitreißenden Klangstrukturen verbindet die Gruppe Instrumente aus drei Kontinenten. Die Improvisation auf unterschiedlichen Musikinstrumenten ist in ihrer kulturübergreifenden Prägung unverwechselbar. Die teilweise selten zu hörenden Musikinstrumente – wie das australische Didgeridoo – versprechen ein eindrucksvolles Klangerlebnis. Die Künstler verschiedener musikalischer Herkunft werden zur Entstehung und Bedeutung der einzelnen Stücke etwas sagen, so dass das Verständnis für die unterschiedliche Herkunft der Musik geweckt wird. Die Veranstalter versuchen nicht nur Vorurteile über den Genuss von Musik anderer Herkunft abzubauen, sondern auch Verständnis für die Menschen anderer Herkunft oder Hautfarbe zu wecken. Begleitend wird darum ein Informationsstand über die Möglichkeiten des Engagements für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen und gegen Rassismus in Detmold und anderswo aufgebaut. Alle, die sich darüber hinaus engagieren wollen, sind zu den regelmäßig mittwochs um 20 Uhr im ibz stattfindenden Treffen des Arbeitskreises herzlich willkommen.

 

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 10.11.2001

 

Leserbriefe

Ein wichtiges Stück Detmold

Überlegungen der CDU zur „alten Pauline“

LZ vom 2. November

 

Die CDU möchte das „städtebauliche Filetstück“ an der Bielefelder Straße lieber anders nutzen – vielleicht gewinnbringender, als es seit 20 Jahren genutzt wird.

 

Dort befindet sich ein Jugendzentrum, das einzige im Kern der Stadt, in dem sich viele Jugendliche abends – gerade an Wochenenden – aufhalten. Es unterscheidet sich von anderen vor allem dadurch, dass es von den Nutzern selbst verwaltet und – bis auf größere bauliche Maßnahmen – auch selbst instand gehalten wird. Erst in diesem Sommer wurde im Haus gründlich renoviert, nur der Einbau der Heizung und der Toiletten blieb als städtische Maßnahme übrig. Die Jugendlichen identifizieren sich nämlich mit ihrer „alten Pauline“.

 

Den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauses sehen sie einerseits in Durchführung und Förderung kultureller und politischer Aktivitäten, andererseits ist es ein Ort der zwanglosen Begegnung ohne Konsumzwang und gesellschaftliche Einengung.

 

Hier treten Jugendbands aus der Stadt und Umgebung auf und finden Räume zum Proben, hier wird alternatives Theater gespielt. Politische Seminare finden ebenso statt wie Vorträge oder Filmvorführungen zur Zeitgeschichte und zu gesellschaftlichen Themen oder politischen Fragen unserer Zeit.

 

Aber hier trifft man sich auch ganz einfach zum Reden und Lachen, isst selbst gemachte Salate und Aufläufe, trinkt ein paar Gläschen und fühlt sich wohl in der vertrauten „Pauline“-Atmosphäre.

 

Dieses Jugendzentrum kann man nicht einfach woanders hinsetzen! Es gehört in die Innenstadt und nicht an den Stadtrand. Und die, die es häufig besuchen, lieben es und begreifen es als ein wichtiges Stück von Detmold.

 

Heike Driemeier-Lenhard, Bachstraße 11, Detmold

 

 

 

 

 

 

 

„Lippe aktuell“, 07.11.2001

 

Dokumentation

Heimatkreisgemeinschaft

Spende für „Zentrum gegen Vertreibungen“

 

Lemgo. Die Heimatkreisgemeinschaft Kolmar (HKG) hat kürzlich bei einem Treffen in Lemgo 600 Mark für ein geplantes Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin gespendet. Weiterer Tagungspunkt war das geplante öffentliche Ausstellen von vorhandenen Exponaten aus dem ehemaligen Kreis Kolmar.

 

Das mit einer Spende der HKG bedachte Zentrum gegen Vertreibungen soll in Berlin errichtet werden. Zu den Spenden hat Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach aufgerufen. In einem Brief fordert sie alle Menschen zur Mithilfe auf, „dass Geschichte, Kultur und Leidensweg schuldloser Kinder, Frauen und Männer in dem vom Bund der Vertriebenen (BdV) auf den Weg gebrachten Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin erfahrbar werden“.

 

Das Zentrum werde der Aufarbeitung und Dokumentation dieses einschneidenden Teils gesamtdeutscher und europäischer Geschichte dienen und mit Ausstellungen für die Öffentlichkeit zugänglich sein. „Zugleich soll es Mahnung sein, Vertreibungen weltweit entgegenzuwirken, sie zu ächten und die Völkergemeinschaft zu sensibilisieren“, heißt es weiter in dem Aufruf Steinbachs, die zugleich Präsidentin des BdV ist.

 

Spenden können auf das Konto ... bei der ... Bank mit dem Verwendungszweck „Projekt Zentrum gegen Vertreibungen“ eingezahlt werden. Für das Zentrum gebe es auch eindeutige Zusagen mehrerer Ministerpräsidenten, das Vorhaben finanziell zu unterstützen.

 

Die HKG ist ein Zusammenschluss von ehemaligen Bewohnern des Kreises Kolmar im heutigen Polen (und deren Nachkommen), die dort bei Kriegsende vertrieben wurden. Sie treffen sich regelmäßig in Lemgo als Partnerstadt, um ihrer Heimat zu gedenken und das Erlebte aufzuarbeiten.

 

Im kommenden Jahr soll erstmals eine offizielle Delegation der HKG zu einem Treffen mit offiziellen Vertretern aus dem heutigen Kreis Kolmar zusammenkommen.

 

 

 

 

 

„Lippe aktuell“, 03.11.2001

 

Jürgen von Olberg übt deutliche Kritik an Bürgermeister Brakemeier

CDU will Haushalt nicht mittragen

( ... ) einen neuen Standort für die „alte Pauline“ zu finden ...

 

Detmold (pas). CDU-Fraktionschef Jürgen von Olberg hat eine Entdeckung gemacht: In den vergangenen Jahren sei regelmäßig weniger Geld ausgegeben worden als ursprünglich von der Kämmerei vorgesehen und vom Rat verabschiedet. Dazu habe er einfach die Haushaltspositionen mit dem tatsächlichen Rechnungsabschluss verglichen. Verblüffendes Ergebnis: im Jahr 1999 wurden 14 Millionen Mark weniger ausgegeben, im Jahr 2000 gar 24,7 Millionen Mark.

 

Aus diesem Grund will die CDU – so das Ergebnis ihrer Klausurtagung – den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr nicht mittragen. Der sieht eine Neuverschuldung von rund 12,5 Millionen Mark vor. Und das, so von Olberg, sei entschieden zu hoch. Mittragen könnten sie allenfalls die in der mittelfristigen Planung vorgesehene Summe von 8,7 Millionen Mark.

 

Das aber heißt: rund vier Millionen Mark müsste der Kämmerer noch einmal einsparen. Kein Problem, meint der Fraktionschef. Zum einen gebe es das regelmäßig zu viel veranschlagte Geld, zudem gebe es Haushaltsreste, die sich allein im Jahr 2000 auf 48,4 Millionen Mark beliefen.

 

Außerdem ließen sich durch Umschichtungen 1,5 Millionen Mark einsparen. Denn: das Land gibt ab dem kommenden Jahr den Städten und Gemeinden eine pauschale Schulförderung. Und die belaufe sich im kommenden Jahr auf rund 3,28 Millionen Mark, was einen Überschuss von rund 1,5 Millionen Mark bedeute. Von Olberg forderte die Fachbereichsleiter auf, weitere Sparvorschläge für das kommende Jahr zu machen, damit sie weitere 2,5 Millionen Mark einsparen.

 

Etwas mehr Geld möchte die CDU-Fraktion dafür den Detmolder Kultur- und Gesangsvereinen zukommen lassen: „Es ist ein Witz, dass etwa der Mandolinenverein jährlich 200 Mark erhält, das Kulturzentrum „alte Pauline“ dagegen 10.000 Mark“, meinte von Olberg. Er sprach sich dafür aus, mittel- bis langfristig einen neuen Standort für die „alte Pauline“ zu finden, damit man das „städtebauliche Filetstück“ an der Bielefelder Straße direkt gegenüber der Sparkassenzentrale anders nutzen könne.

 

Von Olberg reagierte auch auf die in allen Printmedien deutliche Kritik an der Art, wie die Fraktionen in der jüngsten Ratssitzung mit den Ergebnissen des Artur-Andersen-Gutachten umgegangen seien. Hätte man die vom Bürgermeister Friedrich Brakemeier (SPD) erarbeitete Vorlage zum Immobilienmanagement abgestimmt, hätte sich der Bürgermeister „fürchterlich blamiert“. Denn mit Ausnahme der SPD empfanden alle Fraktionen die Vorlage für absolut unausgegoren. Darum habe man jetzt den Auftrag alle offenen Fragen bis zum kommenden Sommer zu klären.

 

Die Vorarbeit des Bürgermeisters habe jedoch eines erneut deutlich gemacht, dass er nicht in der Lage sei, eine Verwaltung zu führen: „Nur ein exzellenter Repräsentant der Stadt zu sein und alte Damen beim AWO-Tanztee zu begleiten, das kann es alleine nicht sein.“

 

 

 

 

 

 

Oktober 2001

 

 

„Neue Westfälische“, 31.10.2001

 

Millionenfache Folter in der Türkei beklagt

 

Bielefeld (nw). „Einerseits lädt die Regierung uns zum runden Tisch für Menschenrechte ein, andererseits droht sie damit, unser Behandlungszentrum für Folteropfer zu schließen.“ So beschreibt der Vorsitzende der türkischen Menschenrechtsstiftung TIHV, Yavuz Önen, die zwiespältige Haltung der türkischen Führung. Vor 60 Zuhörern, überwiegend männliche Türken, sprach er jetzt in Bielefeld auf Einladung des Kultur- und Solidaritätshauses.

 

Etliche der Besucher sind Folter-Opfer und gehören zu der Gruppe, die seit 1980 die Türkei wegen politischer Verfolgung verlassen mussten. Yavuz Önen berichtete über die Arbeit seiner Organisation. Die Menschenrechtsstiftung behandelt und rehabilitiert nach seinen Worten seit 1990 Folteropfer. 6.000 Menschen seien seitdem in den fünf Behandlungszentren (Ankara, Istanbul, Izmir, Adana und Diyarbakir) betreut worden.

 

„Dies ist nur ein Bruchteil der Opfer“, schätzt der 63-jährige gelernte Architekt. Man müsse von etwa einer Millionen Menschen ausgehen, die seit 1980 gefoltert worden seien. Die türkischen Ärzte sprächen nur von „einem Problem für die Volksgesundheit.“ Der ehemalige politische Häftling weiter: „Wir bilden Ärzte aus, damit sie alternative Gutachten für die türkischen Gerichte erstellen. Denn die Folterer müssen angeklagt und verurteilt werden.“ Die Menschenrechtler stünden unter Druck, so Önen. Der Gouverneur des Ausnahmezustandsgebietes in Diyabakir drohe mit der Schließung des Behandlungszentrums. 342 Patientenakten seien beschlagnahmt worden.

 

Bildunterschrift: Menschenrechtler: Yavuz Önen schilderte die Lage in der Türkei.

 

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 30.10.2001

 

Fall Schnelle erneut vor Gericht

 

Detmold (sam). Die verächtlichen Äußerungen des früheren Detmolder CDU-Ratsherrn Hendrik Schnelle (jetzt parteilos) über Farbige und Homosexuelle beschäftigen bald die Berufungskammer des Landgerichts Detmold. Die Staatsanwaltschaft hat Revision beantragt, weil sie – anders als das Amtsgericht in seinem Urteil vom 14. September – den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt sieht. Schnelle hatte Zeugen zufolge in einer Gaststätte erklärt, die weiße Rasse sei „mehr wert als die Schwarzen“. Zudem soll er gefordert haben, alle Schwulen zu „vergasen wie damals die Juden“.

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 30.10.2001

 

Fall Schnelle wird neu verhandelt

Staatsanwalt hält an Vorwurf der Volksverhetzung fest

 

Von Hartmut Salzmann

 

Detmold. Der Fall Hendrik Schnelle muss neu verhandelt werden – und zwar vor dem Detmolder Landgericht. Oberstaatsanwalt Diethard Höbrink erklärte gestern auf Anfrage, dass er Berufung gegen den Freispruch vom Vorwurf der Volksverhetzung einlegen werde. Der parteilose Ratsherr Schnelle, früher CDU, hatte am 14. September unbestraft das Amtsgericht verlassen dürfen, obwohl richterlich festgestellt worden war, dass er sich menschenverachtend zu Schwarzen und Homosexuellen geäußert hatte.

 

Rückschau: Schnelle soll im Februar 1998 in einer Gaststätte gesagt haben: „Wir als weiße Rasse sind höher gestellt und mehr wert als die Schwarzen. Die Schwarzen haben nichts auf die Beine gestellt.“ Im Herbst 1998 dann die Verbalattacke gegen Homosexuelle: Man müsse alle Schwulen vergasen wie damals die Juden.

 

Mit der Begründung, die Anti-Schwulen-Sprüche hätten den „engen Teilnehmerkreis der Gaststätte“ nicht verlassen, sah Richter Martin van der Sand den Tatbestand der Volksverhetzung nicht erfüllt. Zudem hätten sich die Äußerungen vom Februar 1998 auf Schwarze allgemein bezogen, nicht auf die in Deutschland lebenden. Das Urteil zog bundesweite Proteste nach sich.

 

„Der Richter hat Feststellungen getroffen, die wir so nicht teilen können“, sagte Staatsanwalt Höbrink gestern auf Anfrage. Er ist sehr wohl der Auffassung, dass sich Schnelles Parolen konkret gegen Schwarze in Deutschland gerichtet haben. Seine Begründung: Eine Belastungszeugin hat laut Höbrink in der Kneipe zu Schnelle gesagt, dass sie eine Beziehung mit einem dort anwesenden Schwarzen gehabt habe. Daraufhin seien die Aussagen gefallen. „Es ist also davon auszugehen, dass sich Herr Schnelle auf diesen Schwarzen bezogen hat und damit auch auf die in Deutschland lebenden“, so der Staatsanwalt.

 

Auch bei der Bewertung von Schnelles Äußerungen zu Homosexuellen widerspricht Höbrink Richter van der Sand: „Diese Äußerungen sind in einer gut besuchten Kneipe getroffen worden. Es ist also damit zu rechnen, dass andere Gäste das mitbekommen haben.“ Der Staatsanwalt geht davon aus, dass dadurch der öffentliche Friede gestört wurde – neben dem Angriff auf die Würde bestimmter Teile der Bevölkerung eines der juristischen Merkmale der Volksverhetzung.

 

Die Akten sind zur Berufungskammer des Landgerichts Detmold gegeangen. Diese muss nun einen Termin für die Neuverhandlung ansetzen. Laut Staatsanwalt Höbrink werden Schnelle selbst sowie alle Zeugen noch einmal vernommen werden.

 

 

 

 

 

„Antifaschistische Gruppen Osnabrück“, 25.10.2001

 

Wichtige Mitteilung

... akzeptierenden Treffpunkt für Nazis etabliert hat ...

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit wollen wir Sie darauf aufmerksam machen, dass sich in Osnabrück ein von der Stadt und Polizei akzeptierenden Treffpunkt für Nazis etabliert hat. Es handelt sich hierbei um einen in der ev. Margaretengemeinde befindenden Jugendkeller (Wasserwerkstr. 77a, Voxtrup), die diesen der Stadt zur Verfügung stellt.

 

Von zwei städtischen Sozialarbeitern betreut treffen sich hier jeden Donnerstag bis zu 60 Nazis, u.a. von der vor einem Jahr gegründeten sogenannten „Kameradschaft Teutoburger Wald“ (parteiloser Zusammenschluss von Rechtsextremen) und Mitglieder der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN – Jugendorganisation der sich in der Verbotsdiskussion befindenden NPD). Des weiteren wird der seit Jahren bestehende Treffpunkt von der Polizei beobachtet und regelmäßig besucht.

 

Obwohl der NPD-Kreisverband schon lange in Osnabrük existiert, kann jetzt sowohl eine quantitative als auch qualitative Steigerung der Nazi-Aktivitäten beobachtet werden. Es wurde zweimal versucht antifaschistische Veranstaltungen in Glandorf und Lengerich anzugreifen. So trafen sich am 23.08.2001 ca. 50 – 60 Nazis am Jugendkeller, um geschlossen nach Glandorf zu fahren, wo ein von dem „Präventionsrat Glandorf“ organisierten Vortrag über rechtsextreme Strukturen stattfand. Nur durch Sperrung der Zufahrtsstraßen durch die Polizei konnte der Angriff verhindert werden. Außerdem organisieren JN und die „Kameradschaft Teutoburger Wald“ regelmäßig Informationsstände im Landkreis Osnabrück.

 

Es darf nicht sein, dass Nazis von der Stadt bzw. Kirche Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen, was übrigens nicht nur in Osnabrück der Fall ist, die als Anlaufstelle für Sympathisanten dienen und wo rechte Ideologie geschürt und verbreitet wird.

 

Damit das staatlich geförderte und unterstützte Treiben der Nazis endlich ein Ende hat bzw. ihnen durch das Wegnehmen der Räume erschwert wird, fordern wir Sie auf, Ihren Unmut gegenüber den Verantwortlichen zu äußern.

 

Im folgenden nun zwei Telefonnummern von zwei Verantwortlichen, bei denen Sie sich informieren oder Ihren berechtigten Ärger Luft machen können.

 

Torsten Johannes, Sozialarbeiter des „Treffs“:    0541 / 323 22 79

Hans-Georg Weisleder, Stadt-Jugendpfleger:    0541 / 323 41 93

 

Vielen Dank!

Antifaschistische Gruppen Osnabrück

 

Kontakt:

c/o Antifaschistische Aktion Osnabrück

Alte Münze 12

49074 Osnabrück

 

 

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 02.10.2001

 

Erzählcefé mit Soldatinnen

 

Detmold-Hiddesen. „Frauen an die Waffe“ lautet das Thema beim Erzählcafé im Wohnstift Augustinum. Rekrutinnen aus der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf diskutieren ab 16 Uhr mit Bewohnern und interessierten Gästen.

 

 

 

 

 

 

„Lotta“ Nr. 7, 10.2001

 

Das „Collegium Humanum“ in Vlotho

Ein Veranstaltungshaus für RechtsextremistInnen aus

Ostwestfalen, der gesamten BRD und dem europäischen Ausland

 

AntifaschistInnen aus Ostwestfalen haben nach dem Tod des „leidenschaftlichen Nationalsozialisten“ und Spiritus Rector des „Collegiums“, Werner-Georg Haverbeck, im Oktober 1999 gehofft, dass die Aktivitäten der extremen Rechten dort ein Ende finden würde. Leider ist das Gegenteil der Fall. Sei gut zwei Jahren nutzen unterschiedliche Gruppen der extremen Rechten dieses Haus als Veranstaltungsort. Das „Collegium“ knüpft damit an seine Bedeutung in den 80er und frühen 90er Jahre an, als in ihm bundesweite Treffen der extremen Rechten stattfanden.

 

Das Spektrum der heutigen Besucher reicht vom sogenannten „Neurechten Intellektuellen“ bis hin zum Nazi-Skinhead. Organisieren die einem im „Collegium“ geschichtsrevisionistische Vorträge, in denen die Ideologie des Nationalsozialismus beworben wird, besuchen die anderen Nazi-Rockmusik –Konzerte.

 

Die Geschichte des „Collegiums“

 

Das „Collegium“ wurde 1963 als Verein auf Initiative von Prof. Dr. Werner-Georg Haverbeck gegründet. 1968 erwarb der Verein eine alte Volksschule in Vlotho an der Weser, die zur „Heimvolkshochschule“ ausgebaut wurde. Das „Collegium“ selbst bezeichnete sich als „Akademie für Umwelt und Lebensschutz“. In einer Selbstdarstellung hört sich das so an: „Das „COLLEGIUM“ HUMANUM ist eine Bürgerinitiative des freien Geisteslebens, getragen durch einen eingetragenen Verein, von Mitgliedern unterschiedlicher Herkunft und Berufsausübung. Es ist unabhängig, parteipolitisch neutral und überkonfessionell. Das „COLLEGIUM“ HUMANUM bemüht sich um eine vorurteilslose Urteils- und Bewusstseinsbildung gegenüber allen gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit mit dem Ziel, durch die Begegnung aller Menschen eines guten Willens der geistigen Erneuerung zu dienen.“ In einer sehr eigenwilligen Weise ist diese Selbstdarstellung sogar korrekt. Tatsächlch trafen sich im „Collegium“ scheinbar sehr unterschiedliche Gruppierungen. Im Vorfeld der Gründung der Partei „Die Grünen“ trafen sich hier Zirkel, um die bevorstehende Parteigründung zu erörtern. Fast zeitgleich fand ein Seminar statt, bei dem der Gründer des „SS-Ahnenerbes“, Hermann Wirth, zu Gat war. Einige Jahre später, im Oktober 1984, traf sich in den Räumen des „Collegiums“ das „Komitee zur Vorbereitung des 100. Geburtstags Adolf Hitlers“. Entsprechend des damaligen Images des „Collegiums“ tarnte man das Treffen ehemaliger ANS/NA-Funktionäre um Michael Kühnen als „Seminar über Umweltfragen und Naturreligionen“.

 

Wie solch scheinbar sich widersprechende Tagungen zusammenpassen, erklärt sich, wenn man weiß, dass es innerhalb der Partei der „Grünen“ bis in die 80er Jahre einen Flügel gab, der eindeutig zur extremen Rechten zu zählen war. Erst mit dem Auszug des rechten Flügels und der Gründung der „Ökologisch Demokratische Partei“, von der sich Anfang der 90er Jahre wiederum die „Unabhängigen Ökologen Deutschlands“ nach rechts abspalteten, hatten sich demokratische Kräfte in den „Grünen“ letztendlich durchgesetzt. Nicht zuletzt sei erwähnt, dass die älteste deutsche Umweltschutzorganisation, „Der Weltbund zum Schutz des Lebens – Deutschland“ (WSL/D), personell und räumlich aufs Engste mit dem „Collegium“ verknüpft ist. Dieser WSL/D vertritt weder alternative noch linke Positionen, vielmehr ist die älteste deutsche Umweltschutzorganisation eindeutig Teil der extremen Rechten.

 

Übervater des „Collegiums“ und eine Erklärung für das schillernde Bild dieser Tagungsstätte war bis zu seinem Tod Werner-Georg Haverbeck, SA-Mann der ersten Stunde, leutender Mitorganisator der NSDAP-Massenaufmärsche und späterer NS-Propaganda-Funktionär für Südamerika, den Hermann Wirth während des NS zum Doktortitel verhalf. Seine zweite Karriere startete der Anthroposoph Haverbeck in der Friedens- und Ökologiebewegung, jetzt bereits Professor für Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Bielefeld. AntifaschistInnen beobachteten, dass Haverbeck seine letzten Lebensjahre seit Mitte der 90er darauf verwandt, den rechten Nachwuchs aus der ehemaligen DDR zu schulen; ein Umstand, der die Entwicklung seit 1999 bereits vorausahnen ließ.

 

Einen Abriß dieser Entwicklung, in der das „Collegium“ zu einer wichtigen Stätte für Veranstaltungen der regionalen, bundesweiten und sogar europäischen extremen Rechten geworden ist, mag nachstehende Aufzählung geben.

 

Das „Collegium“ heute – Eine Auswahl der

Veranstaltungen der extremen Rechten im „Collegium“:

 

Im wesentlichen sind es vier Strömungen der extremen Rechten, die das „Collegium“ seit zwei Jahren als Veranstaltungsort nutzen.

 

1. Völkische „Nationalrevolutionäre“ aus der Szene um die Zeitung „wir selbst – Zeitschrift für nationale Identität“

 

Am Wochenende vom 07. bis 08.10.2000 traf sich diese Szene, die auf das Engagement von NPD-Aktivisten zurückgeht, zu einem Liederabend im „Collegium“. Erwartet wurden bis zu 150 Besucher, deren deutsche Identität sich an völkischem Lied“gut“ erbauen konnte. Kultur ist in dieser Szene nicht ein Mittel, mit dem Brücken zwischen den Menschen unterschiedlicher Herkinft gebaut werden können, sondern dient ihnen ausschließlich der Zementierung, ja teilweise erst der Errichtung dieser Unterschiede. Sie reden vom „Ethnopluralismus“, der es gebiete, dass Menschen, die man als verschiedenen Völkern zugehörig betrachtet, sich voneinander separieren. Wohin die Ideologie des Ethnopluralismus führt, hat der Zerfall Jugoslawiens eindringlich vor Augen geführt. Ehemalige Nachbarn, denen es über Jahrzehnte egal war, dass sie angeblich so unterschiedlichen Völkern angehören, bringen sich nun gegenseitig um.

 

2. Nazi-Rockmusiker aus dem Umfeld des verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerkes

 

Am 31. März 2001 fand im „Collegium“ ein weiteres Konzert statt. Blanker rassistischer Hass stand im Mttelpunkt dieses Abends. Ihn predigten „Sleipnir“ aus Gütersloh, dessen CD „Mein bester Kamerad“ 1998 wegen volsverhetzenden Inhalts beschlagnahmt wurde. Anschließend tratt die schottische Band „Nemisis“ auf. Deren Lead-Singer, Jamie Hunter, ist Herausgeber des schottischen „Blood & Honour“-Magazins „Highlander“. Andere „Nemisis“-Mitglieder haben Kontakt zur britischen Nazi-Terrorgruppe „Combat 18“ und sind Mitglieder der schottischen Sektion der „British National Party“, die klar nationalsozialistisch ausgerichtet ist. Deklariert wurde das Konzert als eine „private Feier“, die ein junger Mann aus Vlotho um den „Hausmeister“ des „Collegiums“, Ralf Steinke handelt. Neben den Räumen des „Collegiums“ kümmert er sich auch um die Wohnung des international bekannten Holocaust-Leugners Udo Walendy aus Vlotho, der momentan eine Haftstrafe wegen Leugnung des Holocausts absitzt. Die Polizei beschränkte sich am 31. März darauf, die Anreise der Nazis zum „Collegium“ zu überwachen. Eingeschritten wurde nicht, gleichwohl es mehr als offensichtlich war, dass dieses Konzert zumindest im Zusammenhang mit dem „Blood & Honour“-Netzwerk stand.

 

3. „Neue Rechte“ des europaweiten Netzwerkes „Synergies Europèens“

 

Regelmäßig trifft sich die deutsche Sektion dieses Netzwerkes im „Collegium“. Kern dieser sich als „Synergon Deutschland“ bezeichneten Gruppe sind junge Neofaschisten aus dem Umfeld des Verlages „Zeitenwende“ aus Dresden und der sächsischen Schweiz, dessen führende Personen Sven Henkler und Steffen Behnke sind. Ihr Mentor war seit 1993 Werner-Georg Haverbeck, von ihm bekamen sie in Vlotho die Fundamente ihrer faschistischen Ideologie vermittelt, die darauf abzielt, ein „Reich Europa“ zu gründen, dessen Machtzentrum selbstverständlich Deutschland sein soll. Wenn sich diese Gruppierung im „Collegium“ trifft, treten verurteilte Auschwitzleugner, wie der Schweizer Bernhard Schaub auf, der auf einer Tagung vom 4. bis 6. Mai 2001 unter falschem Namen über den Mussolini-Berater und Rassisten Julius Evola referierte. Auf derselben Tagung, die den Titel „Nonkonform – Vergessene Geistimpulse europäischer Tradition im 20. Jahrhundert“ trug, versuchte sich ein anderer Referent, nämlich der anthroposophisch ausgerichtete Haverbeck-Biograf Andreas Ferch, an der Rehabilitation des NS-Ideologen Alfred Rosenberg.

 

Vom 15. bis 19. August 2001 fand die bislang letzte Tagung dieses Spektrums im „Collegium“ statt. Großmundig mit einer Liste von 17 internationalen Referenten der „Neuen Rechten“ als eine europaweite „Sommerakademie – Synergies Europèens“ angekündigt, blieb das Treffen auf einen engeren Personenkreis von ca. 40 Neofaschisten aus Frankreich, Belgien, der Schweiz und Deutschland beschränkt. Zu sehr scheint man in diesem Spektrum in interne Differenzen verstrickt zu sein. Setzten die Haverbeck-Schüler um den Verlag „Zeitenwende“ auf eine krude Mischung anthroposophischer, heidnischer und christlicher Religionsansätze als kulturelles Fundament für ein „Reich Europa“, favorisieren die Reste des „Thule-Seminars“ aus Kassel strikt neuheidnische Ansätze. Im Gegensatz zu diesen beiden kulturell-religiösen Ansätzen steht die Position der „Deutsch-Europäischen Studiengesellschaft“ (DESG) aus Hamburg, der dritten Säule des „neurechten“ Spektrums im „Collegium“. Hier orientiert man sich auf die pseudowissenschaftliche Geopolitik, mit der bereits im Nationalsozialismus die deutsche Vormachtstellung in Europa und schließlich der ganzen Welt untermauert werden sollte.

 

Regelmäßiger Gast auf den Treffen der „Neu-Rechten“ ist der Nazischläger und ehemalige Funktionär der verbotenen „Nationalistischen Front“, Meinhard Otto Elbing aus Bielefeld, der bei der ideologischen Schulung der ostwestfälischen militanten Nazikader eine Schlüsselfigur ist und sich unter anderem im „Collegium“ sein „geistiges“ Rüstzeug abholt.

 

4. Veranstaltungen des braunen Umfelds Frau Ursula Haverbeck-Wetzels

 

Frau Haverbeck-Wetzel, die Witwe Georg-Werner Haverbecks, äußerte einst, dass sie nicht bereit ist, sich von Adolf Hitler zu distanzieren. Entsprechend gestalten sich die Tagungen, zu denen sie im „Collegium“ einlädt. So fand am 23. Mai 2001 eine Tagung im „Collegium“ statt, bei der der Referent Josef Schüßlburner, Autor in diversen Zeitungen der extremen Rechten, der Frage nachging, wie das deutsche „Volk wieder Herr im eigenen Haus werden kann“. Ausrichter dieser Tagung war die „Deutsche Aufbau-Organisation“, eine rechtsextreme Sammlungsbewegung um den ehemaligen grünen „Friedensforscher“ Alfred Mechtersheimer. Dieser entwickelte sich schon vor einigen Jahren zur Führungsfigur der extremen Rechten.

 

Weiter fanden Tagungen aus dem rechten Umfeld der sogenannten Vertriebenenverbände im „Collegium“ statt. Eine dieser Tagungen wurde am Wochenende 8. – 9. September 2001 zum Thema „Böhmen“ durchgeführt. Es sprach ein Referent des „Witikobundes“. Wenn man weiß, dass der „Witikobund“ eine Sammlungsbewegung ehemaliger Nationalsozialisten aus der Tschechoslowakei ist, dürfte es nicht schwer fallen, sich den Tenor dieser Tagung vorzustellen. Was den Personenkreis, der mit diesem Thema angesprochen werden soll, anbelangt, ist ebenfalls Schlimmstes zu befürchten. Der Witikobund dient zur Zeit als Auffangbecken junger „Vertriebener“ aus der „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“, die auf Betreiben des bayerischen Innenministers Beckstein wegen rechtsextremistischer Umtriebe als Jugendorganisation der „Landsmannschaft Ostpreußen“ aus den offiziellen Vertriebenenverbänden ausgeschlossen wurde. Nun finden sie sich im Witikobund wieder, im dem CSU-Parteikollegen Becksteins führende Positionen bekleiden.

 

Es dürfte deutlich geworden sein, wer sich im „Collegium“ die Klinke in die Hand gibt und welche Bedeutung diese Tagungsstätte für die extreme Rechte hat. Grund genug für AntifaschistInnen, die „Heimatvolkshochschule“ im Auge zu behalten und dem Treiben dort möglichst schnell Einhalt zu gebieten.

 

Hinweis: Lotta – antifaschistische Zeitung aus NRW: www.free.de/lotta

 

 

 

 

 

 

 

September 2001

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 29.09.2001

 

Rechte Täter immer jünger

Staatsschützer bei Wehrkunde-Gesellschaft

 

Detmold. Die Entwicklung des Rechts- und Linksextremismus in Ostwestfalen-Lippe gibt keinen Anlass zu besonderer Beunruhigung. Dies betonte der Leiter des Staatsschutzes beim Polizeipräsidenten Bielefeld, Kriminaloberrat Joachim Kern, während eines Vortrages vor der Detmolder Sektion der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik.

 

Wie der Referent anlässlich eines Pressegesprächs durchblicken ließ, ist seine 20-köpfige Abteilung, zuständig unter anderem auch für den Kreis Lippe, gegenwärtig sehr stark mit den Folgen der Terroranschläge in den USA beschäftigt. So verfolge man allein in diesem Zusammenhang 117 Hinweise. Außerdem habe man Gespräche mit allen 48 bekannten muslimische Vereinigungen in der Region über Sicherheitsmaßnahmen geführt. Nach Kerns Angaben wird in zwei Fällen (Bielefeld, Kreis Gütersloh) wegen Bedrohung von muslimischen Gemeinden ermittelt.

 

Der Kriminaloberrat, dessen Abteilung sich mit ausschließlich polizeilichen Mitteln um politisch motivierte Kriminalität kümmert, rechnet damit, dass die Zahl der Straftaten aus dem rechten Lager in 2001 etwa das Niveau des Vorjahres erreichen wird, als in Ostwestfalen-Lippe 363 gezählt wurden. Den deutlichen Anstieg gegenüber 1999 (229) erklärte Kern mit dem Sprengstoffattentat vom 27. Juli 2000 in Düsseldorf, das wegen des immensen öffentlichen Interesses nicht nur Resonanzstraftaten von rechts zur Folge gehabt habe, sondern auch eine höhere Sensibilität bei Bürgern und Strafverfolgungsbehörden.

 

Lediglich zehn dieser der 2000 bekannt gewordenen und zu 40 Prozent aufgeklärten Straftaten seien Gewaltdelikte gewesen, in den weitaus meisten Fällen habe es sich um Propagandadelikte wie Hakenkreuzschmierereien oder Verschicken von rechtsradikalen Parolen über SMS und Fax gehandelt. Sorgen mache dem Staatsschutz allerdings die Tatsache, dass die Tatverdächtigen immer jünger würden.

 

Rapide abgenommen hat laut Kern die Kriminalität von links. Nachdem man 1999 noch in 149 Fällen ermittelt habe – ausgelöst unter anderem durch den Grünen-Parteitag in Bielefeld -, sei die Zahl 2000 auf 55 und im ersten Halbjahr 2001 auf 19 geschrumpft.

 

 

 

 

„Lippische Rundschau“, 28.09.2001

 

Wird Urteil gegen Schnelle überprüft?

 

Detmold (itz). Der Detmolder Ratsherr Hendrik Schnelle muss mit einer Berufungsverhandlung rechnen. Das Detmolder Amtsgericht hatte den ehemaligen CDU-Politiker vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen (wir berichteten). Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt. Oberstaatsanwaltschaft Diethard Höbrink will nun die Urteilsbegründung abwarten, um dann zu prüfen, ob das Verfahren wegen Volksverhetzung vor dem Oberlandesgericht in Hamm erneut aufgerollt werden kann. In spätestens drei Wochen, so Höbrink, müsse die Urteilsbegründung vorliegen.

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 27.09.2001

 

Rechtsmittel eingelegt

Schnelle-Prozess

 

Detmold (Sam). Gegen das Urteil im Prozess gegen den Detmolder Ratsherrn Hendrik Schnelle (25) hat die Staatsanwaltschaft Detmold Rechtsmittel eingelgt.

 

Oberstaatsanwalt Diethard Höbrink bestätigte auf Anfrage, dass er sich damit alle Möglichkeiten offen halte, gegen das Urteil vorzugehen. Wie berichtet, war Schnelle durch das Detmolder Amtsgericht vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen worden. Gleichwohl sah es die Kammer als erwiesen an, dass sich Schnelle 1998 in einer Gaststätte verächtlich über Farbige geäußert und später im Herbst des gleichen Jahres gesagt habe, Schwule müssten wie damals die Juden vergast werden. Höbrink will zunächst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Sofern die Staatsanwaltschaft dann gegen den Richterspruch vorgeht, ist einer der möglichen Schritte die Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Hamm.

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 27.09.2001

 

Streit um AStA-Party

Paderborner Pastorin geht in Berufung

 

Paderborn (igo). Wochenlang sorgte die Aktion der Studentenpfarrerin Brigitte Gläser für Gesprächsstoff. Die Paderborner Theologin hatte gegen eine „Schnüffelparty“ des Allgemeinen Studenten-Ausschusses (AstA) am 9. November 2000 protestiert, indem sie die Plakate mit dem Spruch überklebte: „Wir feiern die Reichspogromnacht.“

 

Brigitte Gläser (45) hatte den AstA zwei Wochen vor der Party am 9. November, dem Tag der Reichspogromnacht, auf die „unmögliche Termin-Wahl“ aufmerksam gemacht. Weil die Feier dennoch stattfand, überklebte die empörte Theologin die Plakate im Mensa-Foyer mit dem anonymen Spruch.

 

Die Aktion schlug hohe Wellen: Landrat Rudolf Wansleben informierte den Staatsschutz, der dann wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelte. Der AstA fühlte sich beleidigt und stellte Strafantrag gegen unbekannt. Auch als klar war, dass nicht Rechtsextremisten, sondern die politisch eher linke Pfarrerin für die Spruchbänder verantwortlich war, zog der AstA den Antrag nicht zurück.

 

Im Juni verurteilte das Amtsgericht Paderborn die 45-Jährige wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 2.000 Mark. Ein „Skandal“, ein „juristischer Schildbürgerstreich“ kritisierten Paderborner das Urteil. Die evangelische Pfarrerin ging unterdessen in Berufung: Morgen wird der „Fall Gläser“ vor dem Landgericht Paderborn erneut aufgerollt. Die Pfarrerin sieht ihre Aktion als Grundrecht der freien Meinungsäußerung gedeckt – und dem Prozess gelassen und optimistisch entgegen.

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 27.09.2001

 

Projekt verschoben

Sühnezeichen

 

Kreis Lippe / Detmold. Der Start des OWL-Schulprojekts der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste musste verschoben werden. Unter der Schirmherrschaft des Detmolder Regierungspräsidenten Andreas Wiebe kooperiert die Lippische Landeskirche mit der Aktion Sühnezeichen. Die Lehrerfortbildungstagung, die das Projekt eröffnet, wird am Montag, 10. Dezember, in Haus Stapelage nachgeholt.

 

Neben dem Geschäftsführer Jens Pohl (Berlin) wird einer ihrer Gründer, der ehemalige KZ- Häftling Dr. Franz von Hammerstein, als Referent der Tagung sprechen. Eine Freiwillige, die heute in einem der Versöhnungsprojekte arbeitet, berichtet von ihrem Engagement.

 

Die kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Verbrechen und die Erinnerung an Kriege und terroristische Gewalttaten seien heute aktueller denn je, erklärt dazu Pfarrer Günter Putzberg, Schulrefrerent der Lippischen Landeskirche. Das Schulprojekt ist für Februar / März 2002 vorgesehen. Schon jetzt können Informationsmaterialien zum Einsatz im Unterricht in der Mediothek der Lippischen Landeskirche entliehen werden. Nähere Informationen zu dem Schulprojekt und Anmeldung zur Tagung unter (05231) 976854.

 

 

 

 

„Lippische Rundschau“, 27.09.2001

 

Die Angst vor der Abschiebung

 

Detmold (LR). Anlässlich des bundesweiten Tages des Flüchtlings, morgen, Freitag, veranstalten der Antifaschistische Arbeitskreis Detmold und der Verein Haus für alle eine Diskussionsveranstaltung. Von 18 Uhr an beschäftigen sich ein Bielefelder Rechtsanwalt sowie Ferhat Akman und Gudrun Lagemann vom Internationalen Beratungszentrum mit dem Thema „Sicherer Aufenthalt für Flüchtlinge in Detmold“. Veranstaltungsort ist das Gebäude Wall 13.

 

Nach Informationen des Antifaschistischen Arbeitskreises lebten die in Detmold ansässigen Flüchtlinge in der ständigen Angst vor einer Abschiebung. „Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter der oft unsicheren Aufenthaltssituation. Sie können an ihrem Fluchtpunkt kaum Zukunftsperspektiven aufbauen“, heißt es von Seiten des Arbeitskreises. Die Expertenrunde will sich mit dem Problem auseinandersetzen und die Möglichkeiten zur Festigung des Aufenthalts erörtern. Es gehe darum, auf Ermessensspielräume aufmerksam zu machen ohne dabei bundesweit wirksame Erlasse und Gesetze außer Acht zu lassen.

 

Laut Veranstalter hätten die Ängste oft einen ganz realen Hintergrund. „Bei einer Abschiebung in Bürgerkriegsgebiete wie Sri Lanka oder in Länder, in denen nachvollziehbar Minderheiten verfolgt werden, sind Verhaftungen und Repressalien von Abgeschobenen an der Tagesordnung.“

 

 

 

„Lippische Rundschau“, 27.09.2001

 

Schulprojekt-Start verschoben

 

Kreis Lippe (LR). Der Start des OWL-Schulprojekts der Aktion Sühnezeichen / Friedensdienste muss verschoben werden. Die Lehrerfortbildungstagung, die das Projekt eröffnet, wird am Montag, 10. Dezember, in Haus Stapelage stattfinden. Unter der Schirmherrschaft des Detmolder Regierungspräsidenten Andreas Wiebe kooperiert bei der Veranstaltung die Lippische Landeskirche mit der Aktion Sühnezeichen.

 

Neben dem Geschäftsführer der Aktion Sühnezeichen, Jens Pohl, wird einer ihrer Gründer, der ehemalige KZ-Häftling Franz von Hammerstein, als Referent der Tagung sprechen. Die Auseinandersetzung mit Kriegen und terrioristischer Gewalttaten seien aktueller denn je, erklärt Pfarrer Günter Putzberg, Schulreferent der Lippischen Landeskirche. „Angesichts der Wahnsinnstaten brauchen Jugendlichen solche Orientierung wie die Aktion Sühnzeichen.“ Das Schulprojekt ist für Februar / März 2002 vorgesehen. Informationen unter 05231 / 976854.

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 25.09.2001

 

Neo-Nazis spazieren um die Externsteine

Polizei schreitet nicht ein

 

Horn-Bad Meinberg (Sam). Zu einem, wie es in rechtsextremen Kreisen heißt, „Städtewettkampf in Form einer Waldbegehung“ kamen am Wochenende Neo-Nazis an den Externsteinen bei Horn-Bad Meinberg zusammen.

 

Der Staatsschutz Bielefeld hielt nach eigenen Angaben ein Einschreiten für nicht erforderlich. Ein Sprecher teilte mit, dass die Aktivitäten von Beamten beobachtet worden seien, um gegebenenfalls Straftaten oder Konfrontationen mit Spaziergängern zu verhindern. In mehreren Gruppen zu drei bis fünf Personen hätten sich die Rechten versammelt, um eine Art „Orientierungslauf“ zu veranstalten. Von einer wehrsportähnlichen Übung könne aber nicht die Rede sein. Die Neo-Nazis aus OWL, Niedersachsen und Berlin waren laut Staatsschutz nicht uniformiert und haben weder verfassungsfeindliche Symbole gezeigt noch volksverhetzende Parolen gegrölt. Gegen 16 Uhr war die Versammlung beendet.

 

Immer wieder kommen Rechtsextremisten an den Externsteinen zusammen. Sie missbrauchen das Naturdenkmal als „Kultstätte“ für Szene-interne Kundgebungen.

 

 

 

 

„Neue Westfälische“, 25.09.2001

 

87 Hinweise auf angebliche Terroristen

Bielefelder Staatsschutz bildet Sonderkommission

 

Von Thomas Kopsieker

 

Bielefeld. Die Jagd auf die Hintermänner der Terroranschläge in den USA hält auch die Ermittler des Staatsschutzes der Bielefelder Polizei in Atem.

 

Seit bekannt wurde, dass mehrere der Terroristen in Deutschland gelebt haben, stehen in den unauffälligen Büros der Staatsschützer in der Bielefelder Kurt Schumacher-Straße die Telefone nicht mehr still. „Bislang sind 87 Hinweise aus der Bevölkerung bei uns eingegangen“, teilte gestern der Chef des Staatsschutzes, Polizeioberrat Achim Kern, auf Anfrage mit. Diese Hinweise auf angebliche Terroristen kommen aus dem gesamten Raum OWL. Um die damit verbundenen arbeitsintensiven Ermittlungen bewältigen zu können, wurde jetzt im Polizeipräsidium Bielefeld eine sechsköpfige Sonderkommission gebildet. „Wir gehen selbstverständlich jedem einzelnen Hinweis nach und arbeiten sie jetzt nach und nach ab“, so Kern.

 

Eine wirklich heiße Spur zu eventuellen Hintermännern oder Helfershelfern der Attentäter von New York und Washington habe sich bisher aber nicht ergeben. Zusätzlich zu der Flut an Hinweisen aus der Bevölkerung beschäftigt die Bielefelder Sonderkommission auch noch ein Ermittlungsersuchen einer anderen Behörde. Einzelheiten hierzu könne er „aus wohl nahe liegenden Gründen“ nicht verraten, so Kern.

 

 

 

 

„Westfalen-Blatt“, 25.09.2001

 

80 Hinweise aus Ostwestfalen-Lippe –

Innenminister lässt Führungspositionen unbesetzt

Polizei stockt Staatsschutz nach Attentaten auf

 

Von Christian Althoff

 

Bielefeld / Detmold (WB). Nach den Terror-Anschlägen von New York will der Bielefelder Polizeipräsident Erwin Südfeld das Staatsschutz-Kommissariat noch in dieser Woche um 20 bis 25 Prozent verstärken.

 

Die Aufstockung soll zeitlich befristet sein. Sie ist notwendig, weil in den vergangenen zwei Wochen schon mehr als 80 Hinweise aus der Bevölkerung im Zusammenhang mit den Attentaten eingegangen sind. Landesweit sind nach Angaben des Innenministeriums bisher 800 Verdachtsmeldungen von Bürgern erstattet worden.

 

Die 20 Mitarbeiter des Bielefelder Staatsschutzkommissariates sind für die Verfolgung politisch motivierter Straftaten in ganz Ostwestfalen-Lippe zuständig. Nachdem bekannt geworden war, dass einige der Terrorpiloten vor den Anschlägen in Deutschland gelebt hatten, hatten sich zahlreiche Bürger bei der Polizei gemeldet. Ein Fahnder: „Manche glauben, einen Attentäter früher in Ostwestfalen gesehen zu haben, andere geben Hinweise auf vermeintlich verdächtige Personen oder Wohnungen.“ Um allen Meldungen möglichst schnell nachgehen zu können, sollen jetzt vier oder fünf Beamte aus anderen Kommissariaten den Staatsschutz unterstützen.

 

Trotz der angespannten Sicherheitslage lässt das nordrhein-westfälische Innenministerium zwei Führungspositionen der Polizei bei der Bezirksregierung in Detmold unbesetzt – ein nach Angaben von Polizeiexperten „beispielloser Vorgang“. Bereits vor drei Monaten war der Leitende Polizeidirektor Wolfgang Schilling, oberster Polizist im Regierungsbezirk, in den Ruhestand gegangen. „Seine Stelle wird bis auf weiteres nicht besetzt“, bestätigte gestern Ulrich Rungwerth, Sprecher im Innenministerium. Noch länger verwaist ist in Detmold die Stelle des Hauptdezernenten für Verwaltung und Logistik der Polizei.

 

Eine Begründung, warum die Stellen nicht ausgeschrieben werden, ist aus Düsseldorf nicht zu hören. In Polizeikreisen wird vermutet, dass das Land die freien Stellen in der Hinterhand haben möchte, falls Polizeibeamte nicht länger in Bielefeld gehalten werden können. Wie bekannt, ermittelt die Staatsanwaltschaft Münster gegen vier Führungskräfte des Bielefelder Polizeipräsidiums sowie den früheren Polizeipräsidenten Horst Kruse.

 

Bildunterschrift: Polizeioberrat Joachim Kern, Leiter des Staatsschutz-Kommissariats, bekommt Unterstützung.

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 24.09.2001

 

Extremismus in OWL

 

Detmold. Die Sektion Detmold der „Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik“ lädt für Donnerstag, 27. September, um 19 Uhr zu einem Vortrag in die Ressource, Allee 11, ein. Joachim Kern, Leiter der Abteilung „Polizeilicher Staatsschutz“ im Polizeipräsidium Bielefeld, referiert zum Thema „Entwicklung des Links- und Rechtsextremismus in Ostwestfalen-Lippe“. Angehörige und Freunde der Gesellschaft sind herzlich eingeladen.

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 24.09.2001

 

Brauchtum der Ostpreußen

 

Der Kreisverband Lippe der Landsmannschaft Ostpreußen lädt für Samstag, 29. September, zur Herbstveranstaltung ein. Die Mitglieder treffen sich um 15 Uhr im kleinen Saal der Stadthalle Detmold. Auf der Tagesordnung steht neben Liedern und Gedichten unter anderem ein Filmvortrag mit dem Titel „Die Ostpreußen und ihr Brauchtum“.

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 22.09.2001

 

Leserbriefe

Volksverhetzung

„Bitterer Freispruch für Schnelle“, LZ vom 15.09.2001

 

Es ist doch wohl so, dass Rechtsprechung dem Recht auf Leben und der Unversehrtheit des Ansehens von Mitmenschen Geltung verschaffen soll.

 

Wie sollen wir dann verstehen, dass ein Richter des Detmolder Amtsgerichts den CDU-Ratsherrn Hendrik Schnelle von der Anklage der Volksverhetzung freispricht, nachdem der Richter selbst als Ergebnis der Verhandlung festgestellt hat, Hendrik Schnelle habe Sätze öffentlich geäußert wie: „Man müsse alle Schwulen vergasen wie damals die Juden“ und „Wir als weiße Rasse sind höher gestellt und mehr wert als die Schwarzen.“

 

Man glaubt, nicht richtig gelesen zu haben: Herr Schnelle leugnet nicht den Holocaust an den Juden, er empfiehlt ihn billigend vielmehr als „Maßnahme“ nun auch für den Umgang mit allen Homosexuellen: „Man müsse sie vergasen wie damals die Juden!“ Dem gegenüber wirkt sein Rassedünkel vergleichsweise harmlos. Von den Menschenrechten und der UNO müsste er eigentlich gehört haben und von dem Unsinn der Überlegenheit irgendeiner „Rasse“.

 

Als Begründung für den Freispruch wird uns beschieden: Diese unsäglichen Äußerungen Schnelles hätten (in einer Gaststätte) nur wenige Anwesende gehört – also läge keine Volksverhetzung im Sinne des Gesetzes vor. Dass Worte – wo auch immer sie in großer oder kleiner Runde ausgesprochen wurden – ein Eigenleben entwickeln, und dass sie nicht aufzuhalten sind, sondern Kreise ziehen und fortwirkend Folgen zeitigen, wissen wir. Wieviel mehr gilt das für Äußerungen von Politikern, deren Worten doch von Berufs wegen schon auf Öffentlichkeitswirkung angelegt sind. Freispruch nun für den Politiker Hendrik Schnelle. Wir sind entsetzt und besorgt.

 

Gertrud und Peter Wagner, Wittjestraße 26, Detmold

 

 

 

 

„Lippe aktuell“, 22.09.2001

 

Ratsherr Schnelle nimmt am eigenen Tisch Platz

CDU verliert die Mehrheit der Mandate

 

Detmold (pas). Nach dem Ausschluss aus der CDU-Fraktion hat Ratsherr Hendrik Schnelle an einem eigenen Tisch Platz genommen. Damit wurde bei der jüngsten Ratssitzung die Trennung zwischen seiner ehemaligen Fraktion und dem Jura-Studenten auch optisch augenfällig.

 

Schnelle war zwar in der vergangenen Woche vom Detmolder Amtsgericht vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen worden, der Richter hatte es jedoch als erwiesen angesehen, dass Schnelle sich äußerst abfällig über Homosexuelle und Ausländer geäußert habe. Für die gesamte CDU-Fraktion war damit endgültig der Punkt erreicht, das Tischtuch zu zerschneiden. Doch der erneuten Aufforderung, sein Amt niederzulegen, kam er wiederum nicht nach. Und so wird er künftig als fraktionsloses Ratsmitglied die kommunale Arbeit wohl eher passiv denn gestaltend begleiten. Für die CDU hat der Ausschluss schmerzhafte Konsequenzen, verliert sie doch die bei den Kommunalwahlen errungene Mehrheit der Mandate. Sie verfügt künftig ebenso wie die SPD über 20 Sitze im Stadtparlament. Die Grünen haben vier Mandate, die FWG hat deren drei, die FDP hat zwei Vertreter im Stadtrat.

 

Ratsherr Schnelle hat inzwischen seinen Austritt aus der CDU erklärt und damit dem Stadtverband den fälligen Rauswurf erspart. Doch auch nach dieser Entscheidung sieht er sein Mandat als Ratsherr als sein persönliches an und lehnt einen Rücktritt ab. Dass er dieses Mandat rein juristisch gesehen nicht abgeben muss, sieht auch Jurist und CDU-Stadtverbandsvorsitzender Stephan Grigat. Politisch gehöre es allerdings der Union, schließlich sei Schnelle nur über die Reserveliste ins Stadtparlament eingezogen.

 

Bürgermeister Friedrich Brakemeier (SPD) begrüßte die Entscheidung der CDU-Fraktion und nannte sie „richtig und konsequent“. Er hoffe, dass Schnelle seine persönliche Konsequenz gründlich überdenken werde.

 

Bildunterschrift: Nahm am eigenen Tisch Platz: Ratsherr Hendrik Schnelle. >KOMMENTAR

 

 

 

 

Kommentar: Mandat zurückgeben

 

Von Detlef Passeick

 

Was will Ratsherr Schnelle noch im Stadtrat. Eine eigene Fraktion der Stammtischrabauken aufmachen? Sich ein Forum verschaffen für rassistische und menschenverachtende Parolen?

 

Ein Politiker, dem das Detmolder Amtsgericht beleidigende Äußerungen nachweist und ihn nur deshalb vom Vorwurf der Volksverhetzung freispricht, weil seine menschenfeindlichen Sätze den engen Teilnehmerkreis einer Gaststätte nicht verlassen haben, hat in einer demokratischen Institution nichts zu suchen.

 

Selbst seiner eigenen Partei, der er inzwischen nicht mehr angehört, fügt er erheblichen Schaden zu. Die CDU-Fraktion verliert dank seines Starrsinns ihre Mehrheit im Stadtrat, obwohl die Wählerinnen und Wähler die Partei bei der Kommunalwahl 1999 zur stärksten Fraktion gemacht haben. Und Schnelle ist ja nicht direkt von den Menschen gewählt worden, sondern über die Liste ins Kommunalparlament eingezogen. Darum hat CDU-Stadtverbandsvorsitzender Grigat auch recht, wenn er meint, Schnelles Mandat gehöre politisch der Union.

 

Schnelle könnte mit seinem Rückzug seine Partei davor bewahren, regelmäßig mit ihm gemeinsam abzustimmen. Die CDU-Fraktion hat das einzig Richtige getan, und Schnelle ausgeschlossen. Und nimmt damit in Kauf, dass sie bei knappen Mehrheiten im Rat geschwächt wird. Sollte sie mit Unterstützung Schnelles doch die eine oder andere Abstimmung gewinnen, so kann sie daran nichts ändern und niemand kann ihr einen Vorwurf daraus machen.

 

Schnelle hat von niemandem ein Mandat erhalten, weiterhin dem Stadtrat anzugehören. Dennoch hat er eins. Er sollte es schleunigst zurückgeben. Sein Sitz am Katzentisch der Politik entspricht nicht dem Willen der Wählerinnen und Wähler.

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 20.09.2001

 

Schnelle gibt Parteibuch zurück

Ex-CDU-Ratsherr will Mandat behalten

 

Detmold (mah.). Hendrik Schnelle hat am Dienstag seinen Austritt aus der CDU erklärt. Sein Ratsmandat will er behalten.

 

„Das ist ein persönliches Mandat. Ich werde daher nicht zurücktreten“, erklärte Schnelle gestern. Bekannte und Freunde hätten ihm den Rücken gestärkt, ihnen gegenüber trage er Verantwortung. „Ich bin da nur meinem Gewissen verantwortlich“, betonte der Ratsherr, der am Montag von der CDU-Fraktion ausgeschlossen worden war.

 

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Stephan Grigat sieht die Angelegenheit anders: „Die Partei fordert Hendrik Schnelle auf, sein Mandat zurückzugeben. Es gehört juristisch zwar ihm, politisch jedoch der CDU.“ Schnelle hatte bei der Kommunalwahl im September 1999 seinen Wahlkreis Marienstraße nicht direkt gewinnen können und war über die Reserveliste in den Stadtrat eingezogen.

 

Grigat sagte, Schnelle habe seinen Austritt schriftlich vor Beginn der Vorstandssitzung mitgeteilt. „Eine Begründung nannte er nicht. Aber die ergibt sich aus dem Zusammenhang.“ Zu einer anstehenden Diskussion über einen Parteiausschluss, für den im übrigen der Kreisverband zuständig sei, sei es daraufhin nicht gekommen.

 

Hintergrund ist ein Beschluss des Detmolder Amtsgerichtes vom Freitag. Es hatte Hendrik Schnelle vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen, gleichzeitig aber verdeutlicht, dass Schnelle sich offensichtlich tatsächlich abfällig über Schwarze und Homosexuelle geäußert hat.

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 19.09.2001

 

CDU-Fraktion schließt Schnelle aus

Ratsherr lehnt Rückzug ab und bekommt einen Extra-Tisch

 

Detmold (mah). Die Detmolder CDU-Fraktion hat ihr Mitglied Hendrik Schnelle ausgeschlossen. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, berichtete Fraktionsvorsitzender Jürgen von Olberg.

 

Der Jura-Student Schnelle war am Freitag vom Amtsgericht vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen worden. Gleichwohl hatte der Richter es als erwiesen angesehen, dass Hendrik Schnelle sich äußerst abfällig über Homosexuelle und Ausländer geäußert hat.

 

Die Fraktion hat am Montag ihre Rücktrittsforderung vom Juni wiederholt. „Wir haben ausführlich diskutiert und Hendrik Schnelle dann eindringlich aufgefordert, sein Amt niederzulegen. Das hat er nicht getan“, erläuterte von Olberg. Seine Weigerung sei eindeutig als fraktionsschädigend einzustufen, der Ausschluss daher laut Geschäftsordnung zulässig.

 

Der 25-jährige Schnelle wird künftig fraktionsloses Ratsmitglied sein. Er hatte bei den Kommunalwahlen im September 1999 über die CDU-Liste den Einzug in den Rat geschafft. Bürgermeister Friedrich Brakemeier als Vorsitzender des Rates nannte die Entscheidung der CDU-Fraktion „richtig und konsequent“. Der Ausschluss werde bereits in der morgigen Ratssitzung (17 Uhr, Stadthalle) dokumentiert, Hendrik Schnelle werde einen Extra-Tisch bekommen. Brakemeier: „Ich hoffe, dass Herr Schnelle nun die Konsequenzen zieht.“ Es gebe keinerlei Möglichkeit, einem Ratsmitglied das Mandat zu entziehen.

 

Auch für die Mehrheitsverhältnisse im Rat hat Schnelles Ausschluss Konsequenzen. Die CDU verfügt nun ebenso wie die SPD über 20 Mandate. Hinzu kommen vier Mitglieder der Grünen, drei der FWG, zwei der FDP sowie der nunmehr fraktionslose Hendrik Schnelle. Die Partei wollte nach Worten des Stadtverbandsvorsitzenden Stephan Grigat gestern über mögliche Konsequenzen beraten. Ob ein Parteiausschluss zur Debatte stand, wollte Grigat nicht sagen: „Wir reden am Abend darüber.“

 

Die Meldung von Schnelles Freispruch ist am Freitag bundesweit publiziert worden. Mit prompter Resonanz aus Berlin: Drei deftige E-Mails sind bei der Stadt eingegangen. Die Absender beschimpfen die Stadtverwaltung, bezeichnen Detmold mit barschen Worten und äußerst nieveaulos als „Stadt der Rechten“ und sparen nicht an üblen Vergleichen mit der Nazi-Zeit. „Werden in Detmold Homosexuelle vergast? Es ist immer wieder unglaublich, was in deutschen Kleinstädten passiert. Leider ist die Öffentlichkeit zur Zeit durch andere Ereignisse abgelenkt, um auf solche Dinge wie in Detmold zu reagieren.“ – dies ist eine sogar vergleichsweise sachliche E-Mail aus der Hauptstadt. „Wir werden angemessen antworten“, kündigte Pressesprecherin Petra Schröder-Heidrich an. Sie werde den Absendern die Entscheidung der CDU-Fraktion mitteilenund darauf hinweisen, dass ein „Stadtrat“, anders als etwa in Berlin, gewähltes ehrenamtliches Ratsmitglied und kein Repräsentant der Verwaltung sei.

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 18.09.2001

 

Neonazis prügeln auf 20-Jährigen ein

Opfer mit Holzbrett schwer verletzt – Vier Verdächtige gefasst

 

Bildunterschrift: alte Pauline: In der Nacht zu Samstag ist nahe des Detmolder Kulturzentrums ein 20-Jähriger von vier Männern zusammengeschlagen worden. Der Bielefelder Staatsschutz geht davon aus, dass die Täter der Neonazi-Szene angehören.

 

Detmold (Sam). Rechte Gewalt: Ein Mitglied der Kulturinitiative Detmold ist in der Nacht zu Samstag von zwei jungen Männern nahe der „alte Pauline“ zusammengeschlagen worden. Der Staatsschutz Bielefeld, der die Ermittlungen übernommen hat, geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um Neonazis handelt.

 

Das Opfer (20) soll eine Gehirnerschütterung, einen Splitterbruch, eine Platzwunde und mehrere Prellungen davon getragen haben. Als der junge Mann gemeinsam mit zwei Mädchen (15 und 16) die 20-Jahr-Feier der Pauline verlassen habe, seien die Drei zunächst aus einem vorbeifahrenden Auto heraus mit Nazi-Parolen wie „Juden raus“ und „Zecken raus“ beschimpft worden, teilt die Kulturinitiative mit. Zwei der vier Insassen seien ausgestiegen und hätten die Drei zurück in die Pauline „gejagt“.

 

Als sie Minuten später mit einem weiteren Vereinsmitglied das Haus verlassen haben, sind sie den Angaben zufolge an der Ecke Bielefelder Straße / Hermann straße angegriffen worden. Während die Mädchen und ihre Begleiter flüchten konnten, schlugen die Täter so lange mit einem Holzbrett auf den 20-Jährigen ein, bis das Holz zerbarst. Dabei wurde der am Boden liegende Mann laut Kulturinitiative von einem Täter festgehalten, während der andere zuschlug. Herbeigeeilte Vereinsmitglieder kümmerten sich um den bewusstlosen Mann.

 

Die Polizei konnte vier Verdächtige fassen. Die 18- bis 21-jährigen Männer wohnen im Bereich Detmold, teilte der Staatsschutz mit. Wegen ihres äußerlichen Erscheinungsbildes seien sie dem äußerst rechten Spektrum zuzuordnen. Über einen der mutmaßlichen Täter gebe es beim Staatsschutz bereits einen Aktenvermerk. „Zwei sind der Polizei völlig unbekannt“, hieß es. Der Vierte sei in der Vergangenheit wegen verschiedener Verkehrsdelikte aufgefallen.

 

Nach den ersten Vernehmungen sind die Verdächtigen auf freien Fuß gesetzt worden. Dem Fahrer des Wagens wurde wegen Alkohols am Steuer der Führerschein entzogen.

 

Die Kulturinitiative Detmold betont, dass es seitens ihrer Mitglieder zu „keinerlei Provokation“ der Täter gekommen sei. Und weiter: „Übergriffe auf die alte Pauline sind keine Seltenheit. Im Laufe des vergangenen Jahres sind von Nazis zum Beispiel Transparente gestohlen, zerstört oder sogar angezündet worden. Stein- und Flaschenwürfe gegen das Haus gehören mittlerweile fast schon zur Tagesordnung.“

 

Bildunterschrift: Die Tatwaffe: Mit diesem Brett wurde das Opfer bewusstlos geprügelt. >WEITERER BERICHT

 

 

 

 

 

 

„Lippische Landes-Zeitung“, 18.09.2001

 

Drei Tage und Nächte feiern

Alternatives Kulturzentrum begeht 20. Geburtstag

 

Detmold (ans). Vor 20 Jahren fand die Kulturinitiative Detmold (K.I.D.) ihr festes Domizil in der „alten Pauline“ in der Bielefelder Straße. Am Wochendende galt es drei Tage und Nächte zu feiern.

 

Die bunte Fete des offenen Kulturzentrums wurde am Freitag von einer Schlägerei überschattet (siehe Seite 9). Noch während des Konzertes der Gruppe KlezCats am Sonntagabend waren einige junge Leute verstört und erregt und sprachen über diesen Überfall.

 

Trotzdem haben sich mehr als 150 Besucher auch am Sonntag nicht den Mut nehmen lassen, ihre Freude über diese längst im Detmolder Sozial- und Kulturleben etablierte Einrichtung lebhaft Ausdruck zu verleihen. Das Klezmerkonzert war der Schlusspunkt einer dreitägigen Fete, die von Klassik über Rock, vom Kaffee bis zum Salat alles bot, was eine Fete ausmacht.

 

Die Angebote der Pauline haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren mehrfach geändert und sind im Kern doch immer gleich geblieben. Es ist ein offenes Haus für mehrere Generationen, die sich hier zu den unterschiedlichsten Aktivitäten treffen. Hier proben junge Bands aus dem Rock- und Popbereich. Hier wird getanzt, und hier trifft man sich zu politischen Diskussionen. Hier werden Konzerte, Kundgebungen und Veranstaltungen geplant, mit denen sich die Aktiven in die Gesellschaft einmischen wollen.

 

Noch immer treffen sich Interessierte jeden Donnerstag zu einer Hausversammlung, zu der nach einer Flaute Anfang der 90er Jahre heute regelmäßig zirka 30 Aktive zusammen kommen. Hier wird vom Thekendienst über das Konzertprogranmm bis zur politischen Aktion alles besprochen, was anliegt. Im Sommer hat das ehemalige Schulgebäude sein Gesicht total gewandelt. Die zeitweilig dunkle Atmosphäre ist einem freundlichen, offenen Gesicht gewichen, der Eingangsflur empfängt die Gäste mit einer freigelegten Steinmauer, die Zimmer im oberen Stockwerk sind frisch renoviert, und im Veranstaltungsraum, der das Herz jeder freien Theatergruppe höher schlagen lässt, hängt eine Diskokugel, wie sie zu Zeiten heftig kritisierten „Konsumterrors“ unmöglich gewesen wäre.

 

Im oberen Stockwerk kann der Besucher einen Blick in die Geschichte der alten Pauline werfen. Alles fing mit der Besetzung des ehemaligen Fabrikgebäudes in der Klingenbergstraße an. Sogar der Topf, in dem die Besetzer gekocht haben, ist zu sehen. Daneben bezeugen Plakate, Flugblätter und Zeitungsausschnitte die lebhafte Geschichte der in der Kommunalpolitik lange Zeit umstrittenen Einrichtung. Auch Ausgaben der Zeitung, die über Jahre aus diesem Haus heraus entstanden ist, können eingesehen werden.

 

Bildunterschrift: Musik zum Abschluss: Andreas Schmitges von den „KlezCats“ aus Köln gastierten am Sonntag in der „alten Pauline“.

 

 

 

DGB-Jugend OWL, 17.09.2001

KOSOVO – Wurde Deutschland zum Ja für den Krieg manipuliert?

AStA Universität Bielefeld, DGB-Jugend-OWL, AKE Bildungswerk, Vlotho, KDA + G, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt und Gesellschaft, Evangelischer Kirchenkreis Bielefeld – Sozialpfarramt

Der Wille, im Kosovo eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, sollte alles rechtfertigen:

-         einen Angriffskrieg der NATO ohne Mandat der UNO

-         den ersten Kampfeinsatz der Bundeswehr

-         die Verdrängung der UNO durch die NATO als „internationale Ordnungsmacht“

-         Völkerrechtsbruch und Verfassungsbruch